Exzellenz statt Excel
Wer derzeit die Debatten über Künstliche Intelligenz verfolgt, kommt um zwei Vokabeln kaum herum: Kostenersparnis und Prozessoptimierung. Klingt betriebswirtschaftlich fantastisch, ist aber genau betrachtet nicht nur etwas zu kurz gedacht, sondern schlichter Quatsch. Oder sagen wir vorsichtiger: Es ist zwar per se richtig gedacht, nur eben nicht ganzheitlich durchdacht – schon gar nicht mit beiden Gehirnhälften.
Die aktuelle KI-Faszination forciert nämlich vor allem eines: die linke, rationale, analytische Hemisphäre. Daten strukturieren, Zahlen jonglieren, Muster erkennen, Bulletpoint-Listen als Argumente verkaufen. Das kann die Technologie hervorragend. Doch was passiert währenddessen mit der rechten Seite? Jener kreativen, assoziativen, sympathisch unlogischen Hälfte, die uns als Mensch eigentlich ausmacht? Sie verkümmert im Schatten der Prompts leise vor sich hin.
Gleiches gilt für den präfrontalen Kortex – jenen Bereich direkt hinter unserer Stirn, der für Empathie, soziale Bewertung und emotionale Nuancen zuständig ist. Wenn wir das Denken und Fühlen zunehmend an Algorithmen auslagern, lassen wir ausgerechnet dort nach, wo die eigentliche Musik spielt.
Zeit also, der KI – und vor allem den klassischen Vorurteilen über sie – wieder ein wenig die Stirn zu bieten.
Denn der wahre, unbeachtete Riesenvorteil von Künstlicher Intelligenz liegt überraschenderweise genau dort, wo Unternehmen seit Jahrzehnten ihr größtes Riesenproblem haben: im Menschlichen.

Wer KI rein als Sparstrumpf betrachtet, übersieht nämlich ihr größtes Potenzial: Sie ist der beste Spiegel, den wir uns als arbeitende Menschen vorhalten können. Sie zwingt uns dazu, wieder klar zu formulieren, präzise zu briefen und uns unserer eigenen emotionalen und kreativen Stärken zu besinnen – und dem Miteinander.
Der KI ist es scheißegal, wie man sich fühlt, wenn sie einem – wenngleich mit freundlichen Worten – darlegt, dass man underperformt hat. So adressiert sie den Frontallappen, ohne den Jammerlappen zu füttern – und das Stammhirn lässt sie schlicht verkümmern. Sie ändert nämlich nichts an sich und ihrer Haltung, wenn man sie durchbeleidigt, mit der Tastatur den Monitor verdrischt oder den Laptop in die Ecke feuert. Das tangiert sie beides null – und eliminiert so Opfer wie Choleriker.
Dieser ihr systemimmanente Stoizismus lässt just jene Menschen – die nun mal oft das größte Problem in einem Unternehmen darstellen – am meisten von ihr profitieren.
Genau das ist das größte Plus der KI. Und das hält dann am Ende eben doch Einzug in Excel: durch mehr Produktivität, bessere Qualität, weniger Ausfallzeiten, geringere Personalfluktuation und eine klarere, bessere Kommunikation. Kurz gesagt: durch Exzellenz.
Denken Sie mal drüber nach …

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