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	<title>KI &#8211; Verbagentur</title>
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	<description>Die um eine Idee bessere Werbeagentur. Für Ihre um Längen bessere Kommunikation.</description>
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	<title>KI &#8211; Verbagentur</title>
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		<title>Zwei Buchstaben, ein Kult: KI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 14:09:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[AI]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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					<description><![CDATA[KI – Zwei Buchstaben, ein Kult Quiz: Wofür steht KI wirklich? (  ) Künstliche Intelligenz (  ) Künstliche Individualität (  ) Keine Individualität (  ) Keine Idee (  ) Kann ich! Nun, eigentlich wissen wir das alle. Ebenso wie, dass „eigentlich“ ein Wort ist, das...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="auto"><strong>KI – Zwei Buchstaben, ein Kult</strong></p>
<p dir="auto"><strong>Quiz: </strong><strong>Wofür steht KI wirklich?</strong><br />
(  ) Künstliche Intelligenz<br />
(  ) Künstliche Individualität<br />
(  ) Keine Individualität<br />
(  ) Keine Idee<br />
(  ) Kann ich!</p>
<p dir="auto">Nun, eigentlich wissen wir das alle. Ebenso wie, dass „eigentlich“ ein Wort ist, das man eigentlich nicht braucht. Also wir wissen, wofür „KI“ steht, nämlich für das, was man glauben soll, wofür sie steht: künstliche Intelligenz.</p>
<p dir="auto"><strong>KI – Die Heilsbringerin unserer Zeit?</strong></p>
<p dir="auto">Für die einen das Ticket in die Zukunft, für die anderen das neueste Vehikel, um schnell Geld zu verdienen. (Für Letztere trifft Ersteres definitiv zu.) Kaum eine Abkürzung trägt so viel Projektion, so viel blinde Erwartung und zugleich so viel Ahnungslosigkeit in sich. Denn was sie wirklich tut, wissen die wenigsten – und die meisten fragen erst gar nicht danach.</p>
<p dir="auto">Man sagt ihr nach, sie „lernt“, „generiert“, „optimiert“. Klingt großartig, solange niemand fragt: was genau und vor allem: wie? Das Versprechen allein reicht. Es wird geglaubt, weil sie schnell liefert – und das, so die Suggestion, extrem kostengünstig. Schnell ja. Zuverlässig? Günstig im Ergebnis? Eher nicht.</p>
<p dir="auto"><strong>Die KI ist ein Narziss</strong></p>
<p dir="auto">Ihre Ergebnisse kommen mit beeindruckender Geschwindigkeit und einem Selbstbewusstsein daher, das viele Defizite überspielt. Das blendet.</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Mein Sohn (25), ein absoluter Digitalnerd, lehnt Programme wie ChatGPT etc. ab. „Da kann ich mich genauso gut mit einem 16jährigen ADHS’ler unterhalten.“</p>
<p dir="auto">Wer derartige Programme mal genutzt hat, weiß, was er damit meint. Es gibt kein Innehalten, keine Reflektion (gerade nicht in den Gratisversionen), sondern nur mit großer Selbstsicherheit vorgetragene Ergebnisse, gerne auch mit eigener Bewertung des produzierten Ergebnisses verbunden mit der Frage, die ebenfalls keine Zweifel aufkommen lassen, dass derartige Programme Selbstzweifel an ihren Ergebnissen nicht kennen: „Was machen wir als Nächstes?“</p>
<p dir="auto"><strong>KI ist keine Intelligenz</strong></p>
<p dir="auto">Natürlich gibt es Algorithmen, die man unter „KI“ subsumiert, die aber nichts anderes sind als hochperformante Prozessoptimierungsprogramme. Deren Entwickler waren kompetent, die Programme sind handwerklich gut gemacht. Aber das, was heute vollmundig „künstliche Intelligenz“ genannt wird, ist statistische Mustererkennung auf Steroiden. Trotz sehr viel mehr Rechenpower und sehr viel besseren Trainingsdaten als früher ist es im Kern nichts anderes als EDV.</p>
<p dir="auto"><strong>KI kann vieles, aber keine Zukunft.</strong></p>
<p dir="auto">Was ist mit Kreativität? Mit dem wirklich Neuen? Sie „generiert“ zweifellos – und halluziniert dabei mit schöner Regelmäßigkeit. Fehler, die sie ohne jedes schlechte Gewissen ausstößt. Sie „entschuldigt“ sich brav, korrigiert selbstbewusst weiter – und produziert beim nächsten Mal wieder denselben Unsinn.</p>
<p dir="auto">Ihr immanentes Problem: Sie kann nur aus dem schöpfen, was sie zuvor gefüttert bekam. Ein gigantischer Brei aus allem Möglichen: ein Löffel Spinat, ein Löffel Pudding, ein Schluck Apfelsaft, ein paar Tropfen Medizin, wieder Spinat. Macht man das mit einem Kind, weiß man, was dabei herauskommt.</p>
<p dir="auto"><strong>KI schafft vieles, aber keine Individualität.</strong></p>
<p dir="auto">Man kann dem, was sie ausspuckt, also ihren Outputs nie trauen. Alles muss kontrolliert, verifiziert, nachgerechnet werden. Und das beantwortet die Antwort auch nicht, ob oder wie das zu mir, meiner Marke, unserer Strategie passt. Das kostet Zeit – oft mehr Zeit, als man ohnehin investiert hätte.</p>
<p dir="auto">Zudem hängt die Qualität dieser Kontrollen, die Qualität der Ableitung einer Antwort zur Stärkung meines Auftretens, meiner Wahrnehmung, meiner Marke, weiterhin ausschließlich von der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Lust des Menschen ab, überhaupt das zu tun, was viele ja gerade auslagern wollen: recherchieren, prüfen, konstruieren, reflektieren, sprich: nachdenken.</p>
<p dir="auto"><strong>KI = keine Idee</strong></p>
<p dir="auto">Nach Jahrhunderten geistiger Anstrengung soll nun eine Maschine das Nachdenken übernehmen. Damit der Mensch sich endlich aufs Fühlen konzentrieren kann. Oder shoppen. Oder posthumanistische Podcasts hören. Hauptsache, niemand muss mehr eigene Gedanken entwickeln. Die Idee dahinter (gemeint ist: das Wunschdenken) von Managern und Investoren lautet: effektiver, effizienter, produktiver, kostengünstiger.</p>
<p dir="auto"><strong>KI = Kann ich!</strong></p>
<p dir="auto">Doch spätestens hier stößt die KI auf ihren Endgegner: den MA. Nicht er, die KI sagt: „Kann ich“ – sie tut es auch. Viel. Schnell. Und der Mitarbeitende fragt: &#8220;Will ich das?&#8221;</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Viele wollen Home-Office, Firmenwagen, frei, weil das Meerschweinchen schlecht drauf ist – aber konsequent KI nutzen, um produktiver zu werden? Da wird es plötzlich ganz still.</p>
<p dir="auto">OK, die KI lobt fleißig (was ein Chef selten tut), pusht aber auch ständig („Hier die nächsten Schritte – Go!“). Würde ein Chef so reden, stünde sofort „Sklaventreiber“ im Raum oder der Betriebsrat vor der Tür.</p>
<p dir="auto">Gegen ChatGPT bringt das nichts – das System reagiert nur, treibt nur, weil man es drum gebeten hat. Viele machen sich so zum Opfer ihrer eigenen Bequemlichkeit. Wahrhaben wollen sie das nicht.</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Der MA ist halt auch nur ein Mensch und der ist gerne k.i. („konsequent inkonsequent“).</p>
<p dir="auto">Die Ergebnisse werden zur Kenntnis genommen – und dann? Oft liegen sie rum. Und da endet die Mär der Heilsbringerin.</p>
<p dir="auto">Chefs, die KI top-down einsetzen, ohne MA mitzunehmen, wundern sich dann, warum das Ding weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Weil der wahre Limitierer nicht die Technik ist, sondern der Mensch, der &#8220;nicht funktioniert&#8221;. Ohne menschliches Wollen (und erst dann kommt das Können), ohne echtes Mitdenken, ohne Mut zu eigenen Ideen – bleibt alles beim Alten: der Brei von gestern, nur schneller serviert.</p>
<p dir="auto">Was hilft, wenn man Vordenker sein will? Selber denken, nachdenken, zusammendenken.</p>
<p>Kann ich. 🙂</p>
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		<title>Die Frage des Jahres 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2026 11:12:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
		<category><![CDATA[Esprit]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Seriosität]]></category>
		<category><![CDATA[Witz]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppe]]></category>
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					<description><![CDATA[Das neue Jahr beginnt ja für gewöhnlich mit guten Vorsätzen. Und „Ja!“: Wer zurückblickt, sieht nicht, was vor einem liegt. Es ist schon ganz richtig, dass vor Rückschau und tieferer Betrachtung vor allem des eigenen Ichs von nicht ganz blöder Stelle gewarnt wird (Bibel („Salzsäule“),...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Jahr beginnt ja für gewöhnlich mit guten Vorsätzen. Und „Ja!“: Wer zurückblickt, sieht nicht, was vor einem liegt.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Es ist schon ganz richtig, dass vor Rückschau und tieferer Betrachtung vor allem des eigenen Ichs von nicht ganz blöder Stelle gewarnt wird (Bibel („Salzsäule“), Nietzsche („Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“)), dennoch möchte ich zum Start des Jahres einen Preis verleihen für die</p>
<h2 style="white-space: pre-wrap; text-align: center;">„FRAGE DES JAHRES 2025“.</h2>
<p style="white-space: pre-wrap;">Der Preis geht an einen Freund eines Freundes, der meinen Freund fragte:</p>
<blockquote>
<p style="white-space: pre-wrap; text-align: center;">„Kann Heiko eigentlich auch seriös?“</p>
</blockquote>
<p style="white-space: pre-wrap;">Als mir mein Freund das sagte, war meine Reaktion natürlich ein solides <em>„HÄ!?“</em> – gefolgt von einem <em>„Klar kann ich das.“</em>, gefolgt von einem <em>„Ich BIN seriös, ich verpacke es vielleicht nur komprimierter – und vielleicht auch mal (auf Empfangsebene) kompromittierender – in Form einer Pointe.“</em> Und schon erkannte ich das Sender-Empfänger-Problem.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Witz finde ich in der Kommunikation sehr wichtig. Nicht „einen Witz“, sondern Witz im Sinne von Charme, Esprit, Geistreichtum – ganz im Sinne des oft zitierten Shakespeare-Aperçus: <em>„Um ernst zu sein, reicht Dummheit.“</em> Das geht ja noch weiter: <em>„Aber zur Heiterkeit ist ein großer Verstand unerlässlich.“</em></p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Und aus dem klassischen Grund, dass man sein eigenes Wissen oftmals als allgemeines Wissen ansieht, unterstellt man seinem eigenen privaten Umfeld, dass es das Zitat entweder kennt oder zumindest dasselbe Werteverständnis aktiv besitzt. Man denkt sich „Das weiß doch jeder.“, „Das ist doch klar.“, und selbst wenn man daran zweifelt, fürchtet man, dass man, würde man es erklären, eine Art „mansplaining“ betriebe, denn was ist, wenn ich glaube, mein Gegenüber kennt das nicht, ich erkläre es, aber die Person kennt es doch. Was denkt mein/e Gesprächspartner/in dann von mir? Wohl „Glaubt der, ich bin doof?“ Genau das tue ich aber nicht. (Zumal ich ja niemanden für „doof“ halte, nur weil er/sie ein Shakespeare-Zitat nicht kennt.)</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Aber die Frage wurde gestellt, und das hat ja auch seine Ursachen – und Dummheit seinerseits ist es nicht, denn die Person, die die Frage stellte, ist definitiv nicht doof. Im Gegenteil. Es ist ein Mann in einer sehr hohen Position, mit sehr viel Verantwortung, der sehr gebildet ist, sehr charismatisch, sehr empathisch, Chef zwar, der seine Ziele aber nicht mit Gewalt durchsetzen will, sondern mit Diplomatie, kurz: ein Mann, vor dem ich großen Respekt habe.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Also fragte ich mich als Erstes: <em>„Hält er mich für doof?“</em> Nein, das tut er mit Sicherheit nicht.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Zweite, ebenfalls naheliegende Frage: <em>„Hält er mich für unseriös?“</em> Nein, das tut er gewiss auch nicht.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Allerdings stieß ich da schon auf die wichtigste Frage in der Frage: <em>„Was versteht er überhaupt unter ‚seriös‘?“</em></p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Also er zweifelt ganz sicher nicht meine Zuverlässigkeit und meine Denkschärfe an. Ergo kann es doch nur meine Ernsthaftigkeit, gegebenenfalls auch meine Diskretion sein, obwohl er für Letzteres hinreichend Belege hat, dass ich bei allem, was ich sage – was zugegebenermaßen viel ist –, nichts sage, was meine Verschwiegenheit in Frage stellt. Ich weiß immer alles, was ich sage, sage aber (nach außen hin) nie alles, was ich weiß.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Und eigentlich (bekanntlich ein Wort, das man eigentlich nicht braucht – um mal einen „Witz“ zu machen) gibt es auch keinen Anlass, an meiner Ernsthaftigkeit in der Sache zu zweifeln. Oder denkt er vielleicht doch, ich wäre dumm? Definitiv nicht.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Also liegt es an seiner Wahrnehmung. Und die liegt ganz sicher an mir. Aber auch an seiner Sozialisation bzw. an dem, was er ansonsten gewohnt ist. „Witz“ zählt hierbei ganz offensichtlich nicht dazu.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">In seinen (Vorstands-)Kreisen geht es extrem faktenlastig zu. Es geht um Zahlen, Zahlen, Zahlen. Natürlich geht es auch um den Menschen, das Ambiente, Work-Life-Balance etc. All das zählt, aber auch nur, wenn es sich rechnet – und in diesem Umfeld (die einen nennen es „Board Room“, andere „Bored Room“) rechnet offensichtlich niemand mit „Witz“. Ihr Gehirn ist völlig linkslastig.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Die Hirnforschung lehrt uns, dass in der linken Gehirnhälfte Aufgaben wie logisches Denken, Analyse, Kontrolle, Sequenzierung verarbeitet werden, während die rechte für alles Kreative, für Intuition und Emotionen zuständig ist. Die Hirnforschung lehrt uns aber auch, dass es keine so superstrikte Trennung zwischen den Bereichen gibt. Kreativität und Analyse sind nicht getrennt; sie sind auf das gesamte Gehirn verteilt. Das hat Mutter Natur schon sehr clever angelegt, denn komplexe Aufgaben erfordern eine Vernetzung beider Hälften, um komplexe Aufgaben zu lösen. (Die Aussage allein grenzt für mich schon an „mansplaining“, weil es doch völlig (im volksmündlichen Sinne) logisch ist. Auch in unseren grauen Zellen gilt „teamwork makes the dream work“.)</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Würde ich ihm das aber sozusagen rückwärts erklären, also mit dem englischen Satz beginnen und dann etwas zu den Hirnarealen sowie ihrer Zusammenarbeit referieren, könnte er das schon als „unseriös“ empfinden. Und beim Rest fühlt er sich womöglich nicht mit so etwas wie in unserer Bildungsliga Allgemeinplätzen und Selbstverständlichkeiten bombardiert, sondern in seinem Wissen bestätigt – und dadurch findet er mich dann eben nicht „banal“ oder „langweilig“ (wie ich es empfände), sondern für „klug“, weil ich weiß, was er weiß – und in der Folge dann auch für „seriös“.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Eigentlich ist das ja der Trick von Unternehmensberatern. Und KI-Modellen wie ChatGPT, Perplexity etc.: Affirmation.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Jemandem aber etwas zu sagen, was er schon weiß – und dafür viel Geld einzusacken, halte ich jetzt für unseriös. Natürlich wissen das diese Quellen zu kaschieren – meist dadurch, indem sie wieder die linke Hirnhälfte ansprechen. Sie produzieren Zahlen, Diagramme, Tabellen und Fakten in Bullets. Bestätigung geht vor Erkenntnis.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Jetzt könnte ich hieraus schlussfolgern: „Bescheiß‘ doch auch!“ Aber das mit dem „Beschiss“ ist ja nur meine Wahrnehmung. Die Wahrnehmung der Rezipienten – und wir alle wissen, dass der Erfolg jeglicher Kommunikation immer vom Empfängerhorizont abhängt – ist die der Seriosität. Weil sie ernsthaft ist. Zumindest so rüberkommt. Dann aber kommt mir wieder der Barde von Stratford-upon-Avon in den Sinn (<em>„Um ernst zu sein, reicht Dummheit.“</em>) bzw. das Selbstverständlichkeitsverbot von § 3 UWG.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Ein echtes Dilemma. Und natürlich wissen die Entscheider, dass Lösungen immer eines Zusammenspiels beider Hirnhälften bedürfen. Wenn man ihnen nun aber seriös darlegt, dass sie ihre kreative Seite im Laufe der Zeit haben verkümmern lassen, kommt das definitiv nicht gut an. (Und KI forciert diese schlechte Entwicklung, weil sie ihrem Wesen nach extrem analytisch und systematisch agiert, sie gleichzeitig mit ihrem Sein und Tun (kostengünstig, schnell) die rechte Seite der Entscheider zusätzlich anspricht.)</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Was aber, wenn der Fragesteller einfach nur indirekt anfragen ließ, ob ich in der Lage sei, seriöse Kommunikationsmaßnahmen zu konzipieren und umzusetzen?</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Natürlich wäre ich das.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Aber ich würde mich dann fragen: „Warum sollte er so etwas wollen? Er hat ja schon seriöse Kommunikation.“ Und dass er die Frage überhaupt stellt, zeigt ja, was die Kommunikation bei aller Seriosität nicht ist: erfolgreich.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Warum also dieser Fokus auf „Seriosität“? War es nicht Einstein (oder wer auch immer es wirklich gesagt hat), der meinte, ein deutliches Zeichen von Wahnsinn sei, immer dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten?</p>
<p>Vielleicht meint er all das nicht. Vielleicht befürchtet er nur, dass ich mit etwas komme, was sein Angebot „lächerlich“, „lachhaft“ oder „effekthascherisch“ darstellen würde – oder was auch immer er als „unseriös“ empfindet.</p>
<p>Das allerdings empfände ich als persönlichen Affront, würde er mir so etwas zu unterstellen, denn das – das weiß er, das weiß ich, und er weiß, dass ich das weiß – wäre ja völlig an der Zielgruppe vorbei.</p>
<p style="white-space: pre-wrap;">Und so wie Lösungen ein Zusammenspiel der Gehirnhälften braucht, braucht es in der Kommunikation immer auch ein Zusammenspiel der Interessen des Anbieters und des Adressaten. Und die Zielgruppe besteht nicht nur aus einem Hirn. Sie hat ein zweites – und das kann keine KI und kein Excel-Chart je ansprechen.</p>
<p>Dieses eigenständige Netzwerk aus über 100 Millionen Nervenzellen im Verdauungstrakt, das eng mit Emotionen und Intuition verknüpft ist. oft klüger ist als all unsere Zahlenkolonnen zusammen. Fachleute nennen es „enterisches Nervensystem“. Wir nennen es „Bauchgefühl“.</p>
<p>Ich denke, das ist die Antwort.</p>
<p>Hm, wahrscheinlich war es sogar das, was ihn die Frage hat überhaupt stellen lassen.<br />
Falls <em>„Ja.“</em>, denke ich, dass ihm die Antwort schmecken dürfte.</p>
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		<title>&#8220;Um ernst zu sein, reicht Dummheit.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 May 2025 13:04:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reden]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8220;Mansplaining&#8221;, also mit großem Selbstbewustsein vorgetragene Erklärungen zu Selbstverständlichem bzw. Bekanntem – meist eben von Männern gegenüber Frauen. Aber ist es nur da nur so? Wenn Unternehmensberatungen ihren Kunden aus dem Bereich des Lebensmittelhandels erklären, dass der Grund des wirtschaftlichen Erfolgs von ALDI und LIDL...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Mansplaining&#8221;, also mit großem Selbstbewustsein vorgetragene Erklärungen zu Selbstverständlichem bzw. Bekanntem – meist eben von Männern gegenüber Frauen. Aber ist es nur da nur so? Wenn Unternehmensberatungen ihren Kunden aus dem Bereich des Lebensmittelhandels erklären, dass der Grund des wirtschaftlichen Erfolgs von ALDI und LIDL der Preis ist, ist das so anders? Und auch Sätze wie &#8220;KI wird in den kommenden Jahren zu großen Veränderungen führen.&#8221; sind so richtig wie letztlich banal.</p>
<p>Aber was bewirken sie? Unsicherheit. &#8220;Welche Veränderungen?&#8221;, &#8220;Bin ich betroffen?&#8221;, &#8220;Wenn ja, wie?&#8221; &#8211; Und die erste Frage, die sich dann wer stellt, ist ganz menschlich verständlich natürlich auch: &#8220;Wie kann ich das verhindern?&#8221;</p>
<p>Natürlich heißen Unternehmen diese Entwicklungen auch willkommen, nicht zuletzt auch aufgrund der Verheißungen der KI, wo aber auch wieder gilt, dass nichts so heiß gegessen wie gekocht wird. Die Einsparpotenziale von KI sind langfristig natürlich potenziell enorm, aber ganz real kostet sie erstmal Geld, auch wenn das nicht so auffällt, Stichwort: &#8220;Eh da&#8221;-Kosten. Aber allein die Zeit, die beispielweise das beliebteste Tool (Chat GPT) auch kostet, weil immer mehr Angestellte dieses Tool immer mehr zu Rate ziehen, ohne dass es dem Unternehmenserfolg in erkennbar kürzerer Zeit erkennbar bessere Ergebnisse bringt. Ja, es bringt womöglich mehr Klarheit in die Gedanken, es bringt mehr Anregungen und Vorschläge, aber mehr – im Sinne von: bessere – Ergebnisse? Und was ist mit der eigentlichen Arbeit? Und wo bleibt der Spaß?</p>
<blockquote><p><span class="ILfuVd" lang="de"><span class="hgKElc">„Um ernst zu sein, reicht Dummheit.<br />
Zur Heiterkeit ist ein großer Verstand unerlässlich.&#8221;</span></span></p></blockquote>
<p>Diesen Worten Shakespeares kann ich mich nur anschließen. Man muss die Dinge durchdringen, um Abstand zu ihnen zu gewinnen. Nicht wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen und gerade das machen, was alle machen (das Nötigste und das Überflüssige, aber nicht den urgenerischen Job), sondern sich gerademachen, sich hinstellen, aufstellen und richtig einstellen, marketingdt.: sich positionieren. Um zu profitieren. Dazu braucht es mehr Ahnung als Warnung, mehr Können denn Kennen, einen großen Verstand &#8211; und viel Spaß.</p>
<p>&#8230; und Action &#8230;</p>
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<p>Eine große Idee, z. B.</p>
<p>Mission Impossible?<br />
Kenn&#8217; ich nicht &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
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