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	<title>Allgemein &#8211; Verbagentur</title>
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	<description>Die um eine Idee bessere Werbeagentur. Für Ihre um Längen bessere Kommunikation.</description>
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	<title>Allgemein &#8211; Verbagentur</title>
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		<title>Wie die KI durch die richtige Philosophie die Menschlichkeit fördert &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 10:09:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
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					<description><![CDATA[Exzellenz statt Excel Wer derzeit die Debatten über Künstliche Intelligenz verfolgt, kommt um zwei Vokabeln kaum herum: Kostenersparnis und Prozessoptimierung. Klingt betriebswirtschaftlich fantastisch, ist aber genau betrachtet nicht nur etwas zu kurz gedacht, sondern schlichter Quatsch. Oder sagen wir vorsichtiger: Es ist zwar per se...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 data-path-to-node="3">Exzellenz statt Excel</h1>
<p data-path-to-node="5">Wer derzeit die Debatten über Künstliche Intelligenz verfolgt, kommt um zwei Vokabeln kaum herum: <i data-path-to-node="5" data-index-in-node="98">Kostenersparnis</i> und <i data-path-to-node="5" data-index-in-node="118">Prozessoptimierung</i>. Klingt betriebswirtschaftlich fantastisch, ist aber genau betrachtet nicht nur etwas zu kurz gedacht, sondern schlichter Quatsch. Oder sagen wir vorsichtiger: Es ist zwar per se richtig gedacht, nur eben nicht ganzheitlich durchdacht – schon gar nicht mit beiden Gehirnhälften.</p>
<p data-path-to-node="6">Die aktuelle KI-Faszination forciert nämlich vor allem eines: die linke, rationale, analytische Hemisphäre. Daten strukturieren, Zahlen jonglieren, Muster erkennen, Bulletpoint-Listen als Argumente verkaufen. Das kann die Technologie hervorragend. Doch was passiert währenddessen mit der rechten Seite? Jener kreativen, assoziativen, sympathisch unlogischen Hälfte, die uns als Mensch eigentlich ausmacht? Sie verkümmert im Schatten der Prompts leise vor sich hin.</p>
<p data-path-to-node="7">Gleiches gilt für den präfrontalen Kortex – jenen Bereich direkt hinter unserer Stirn, der für Empathie, soziale Bewertung und emotionale Nuancen zuständig ist. Wenn wir das Denken und Fühlen zunehmend an Algorithmen auslagern, lassen wir ausgerechnet dort nach, wo die eigentliche Musik spielt.</p>
<p data-path-to-node="8">Zeit also, der KI – und vor allem den klassischen Vorurteilen über sie – wieder ein wenig die Stirn zu bieten.</p>
<p data-path-to-node="9">Denn der wahre, unbeachtete Riesenvorteil von Künstlicher Intelligenz liegt überraschenderweise genau dort, wo Unternehmen seit Jahrzehnten ihr größtes Riesenproblem haben: im Menschlichen.</p>
<p data-path-to-node="11"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-797" src="https://www.verbagentur.de/wp-content/uploads/2026/09/MA-oder-KI_Moodboard-1024x724.png" alt="" width="1024" height="724" srcset="https://www.verbagentur.de/wp-content/uploads/2026/09/MA-oder-KI_Moodboard-1024x724.png 1024w, https://www.verbagentur.de/wp-content/uploads/2026/09/MA-oder-KI_Moodboard-300x212.png 300w, https://www.verbagentur.de/wp-content/uploads/2026/09/MA-oder-KI_Moodboard-768x543.png 768w, https://www.verbagentur.de/wp-content/uploads/2026/09/MA-oder-KI_Moodboard.png 1191w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p data-path-to-node="13">Wer KI rein als Sparstrumpf betrachtet, übersieht nämlich ihr größtes Potenzial: Sie ist der beste Spiegel, den wir uns als arbeitende Menschen vorhalten können. Sie zwingt uns dazu, wieder klar zu formulieren, präzise zu briefen und uns unserer eigenen emotionalen und kreativen Stärken zu besinnen – und dem Miteinander.</p>
<p data-path-to-node="14">Der KI ist es scheißegal, wie man sich fühlt, wenn sie einem – wenngleich mit freundlichen Worten – darlegt, dass man underperformt hat. So adressiert sie den Frontallappen, ohne den Jammerlappen zu füttern – und das Stammhirn lässt sie schlicht verkümmern. Sie ändert nämlich nichts an sich und ihrer Haltung, wenn man sie durchbeleidigt, mit der Tastatur den Monitor verdrischt oder den Laptop in die Ecke feuert. Das tangiert sie beides null – und eliminiert so Opfer wie Choleriker.</p>
<p data-path-to-node="15">Dieser ihr systemimmanente Stoizismus lässt just jene Menschen – die nun mal oft das größte Problem in einem Unternehmen darstellen – am meisten von ihr profitieren.</p>
<p data-path-to-node="16">Genau das ist das größte Plus der KI. Und das hält dann am Ende eben doch Einzug in Excel: durch mehr Produktivität, bessere Qualität, weniger Ausfallzeiten, geringere Personalfluktuation und eine klarere, bessere Kommunikation. Kurz gesagt: durch Exzellenz.</p>
<p data-path-to-node="18"><i data-path-to-node="18" data-index-in-node="0">Denken Sie mal drüber nach …</i></p>
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		<title>Eine schwere Nuss?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 11:14:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Kokosnussproblem oder: Warum sich Kreativität nicht auszahlt Alle Zeitungen berichten darüber: Kokoswasser. Die Studien sind eindeutig, die Konsumenten haben gesprochen, der Markt ist klar. Das Board tagt. Das Board hat entschieden: Wir brauchen Kokoswasser. Aber das Board will es genau wissen. Gremien werden gebildet....]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>Das Kokosnussproblem</strong><br />
<em>oder: Warum sich Kreativität nicht auszahlt</em></h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Alle Zeitungen berichten darüber: Kokoswasser. Die Studien sind eindeutig, die Konsumenten haben gesprochen, der Markt ist klar. Das Board tagt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das Board hat entschieden: Wir brauchen Kokoswasser.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Aber das Board will es genau wissen. Gremien werden gebildet. Das erste analysiert die chemische Zusammensetzung: Elektrolyte, Mineralien, pH-Wert, Verträglichkeit. Das zweite klärt die Herkunft: Philippinen, Sri Lanka, Brasilien – jeweils mit geopolitischer Risikoeinschätzung. Das dritte erarbeitet ein Logistikkonzept, inklusive Kühlkette, Zollfragen und CO₂-Fußabdruck. Das vierte beauftragt das fünfte mit einer Quellenstudie: Welche Kokosnussplantagen erfüllen die ESG-Kriterien des Unternehmens? Das fünfte Gremium gibt eine externe Studie in Auftrag.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Neun Monate später tagt das Board erneut. Die Ergebnisse werden präsentiert. Diskutiert. Hinterfragt. Vertagt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Dann, nach weiteren drei Monaten intensiver interner Abstimmung: Das Board entscheidet. Wir wollen Kokoswasser.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Allerdings, so stellt man nun fest, ist wichtige Zeit verloren gegangen. Man müsse sich beeilen. Es brauche jetzt schnell viel.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Man bestellt: Kokoswasser.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Es kommt jemand. Er nennt einen Literpreis für absolut reines Kokoswasser, laborgeprüft, lieferbar ab sofort, in der gewünschten Menge. Der Preis ist fair. Die Lieferzeit ist kurz. Die Qualität ist belegt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das Board zieht sich zur Beratung zurück. Man kommt überein: Das ist zu teuer. Und außerdem – woher weiß man, ob es wirklich rein ist? Ob die Lieferkette stimmt? Ob der Anbieter integer ist? Man kennt ihn kaum. Er war so schnell mit seinem Angebot. Verdächtig schnell.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Man sucht eine Alternative.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Es kommt jemand, der bietet Kokosnüsse an. Der Kilopreis ist deutlich niedriger als der Literpreis für das fertige Wasser. Das leuchtet dem Board sofort ein: Rohstoffe sind günstiger als Fertigprodukte. Grundlegend. Solide. Man versteht das.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Er bekommt den Zuschlag.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Als erstes erklärt er dem Board die chemische Zusammensetzung von Kokosnüssen: Elektrolyte, Mineralien, pH-Wert, Verträglichkeit – weitgehend identisch mit dem, was das erste Gremium vor einem Jahr erarbeitet hat, aber jetzt klingt es frischer, weil es jemand anderes sagt. Dann erläutert er Herkunft, Logistik und Quellen. Das Board nickt. Man fühlt sich informiert.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Dann kommt er zum eigentlichen Thema: dem Öffnen der Kokosnüsse.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das, erklärt er, sei ein Prozess, der nicht unterschätzt werden dürfe. Man müsse höchste Sorgfalt walten lassen. Ein falscher Schnitt, und die Fasern kontaminieren das Innere. Ein Druckfehler beim Transport, und die Schalenstabilität ist beeinträchtigt. Vor allem aber – und hier senkt er die Stimme – dürfe es unter keinen Umständen zu Hautkontakt mit dem Öffnungswerkzeug kommen. Ein einziger Tropfen Blut, und die gesamte Charge sei als kontaminiert zu betrachten und müsse vernichtet werden. Zur Gewährleistung der Einhaltung höchster Qualitätsstandards empfehle er daher den Aufbau einer entsprechend zertifizierten Öffnungsanlage. Er zeige gerne die Pläne.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Er zeigt die Pläne.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Der Prozess wird sehr detailliert dargestellt. Anlieferung, Eingangskontrolle, Quarantänezone, Öffnungsstraße A und B (redundant, für den Störfall), Auffangbecken, Filterstufe eins, Filterstufe zwei, Qualitätssicherung, Zwischenlagerung, Abfüllung, Distribution. Alles mit Zeitplan, Meilensteinen und einem Glossar im Anhang.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das Board nickt. Intensiv.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Jemand fragt leise: &#8220;Und wo ist jetzt das Kokoswasser?&#8221;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">&#8220;Das Kokoswasser&#8221;, erklärt der Anbieter mit der Ruhe eines Mannes, der diese Frage erwartet hat, &#8220;befindet sich selbstverständlich in seiner nachhaltigen Umverpackung. Die Kokosnuss gewährleistet maximale Frische, Sicherheit und Qualität während des gesamten Transportwegs. Sie ist, wenn man so will, die Natur&#8217;s eigene Premiumverpackung. Am Ende des Prozesses integrieren wir das Kokoswasser nahtlos in unseren Abfüll- und Distributionsprozess, der im Übrigen vollständig ISO-zertifiziert sein wird.&#8221;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das Board ist begeistert. &#8220;So machen wir das.&#8221;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Der Auftragnehmer stellt eine erste Zwischenrechnung: Analyse, Konzeption, Prozessdesign, Zertifizierungsvorbereitung, Wareneinkauf – dieser Posten gegen Vorkasse, versteht sich, da die Ernte zeitkritisch sei.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Die Rechnung wird geprüft. Sie wird bezahlt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">In der Folge kommen Tonnen von Kokosnüssen an. Sie werden angeliefert, kontrolliert, geöffnet, gefiltert, abgefüllt und distribuiert. Die Anlage läuft. Der Prozess funktioniert. Die Zertifizierung hängt gerahmt im Eingangsbereich.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das Board ist glücklich. Keine zwei Jahre nach dem ersten Beschluss hat man absolut reines Kokoswasser. In großen Mengen. Laborgeprüft. Nachhaltig produziert. Hätte man auch früher haben können. Und, wie sich bei näherer Betrachtung der Gesamtrechnung herausstellt, für weniger. Aber der Literpreis des ersten Anbieters lag ja ein Vielfaches über dem Kilopreis für Kokosnüsse. &#8220;Weißte noch? Der kam einfach mit einer Antwort auf das Problem. Das fand ich nicht koscher. Und der Preis. Ne, ne, ne. Das war mir alles zu unsicher.&#8221;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Alle Zeitungen berichten darüber: Guavensaft.</p>
<p>&#8212;</p>
<p><a href="http://www.kreativnotruf.de" target="_blank" rel="noopener">www.kreativnotruf.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>HÖLLELUJAH</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2026 13:25:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie die Echokammer eine Marke zum Schweigen bringt Es gibt Unternehmen, die sagen, was sie denken. Immer weniger. Es gibt Unternehmen, die denken, was gerade gesagt werden sollte. Immer mehr. Die Marketingabteilungen der Republik haben in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Disziplin entwickelt: die präventive...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="whitespace-pre-wrap break-words">Wie die Echokammer eine Marke zum Schweigen bringt</h4>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Es gibt Unternehmen, die sagen, was sie denken. Immer weniger. Es gibt Unternehmen, die denken, was gerade gesagt werden sollte. Immer mehr.</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Die Marketingabteilungen der Republik haben in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Disziplin entwickelt: die präventive Haltung. Man wartet nicht mehr ab, ob ein Thema zur eigenen Marke passt. Man fragt sich, ob es man es sich leisten kann, es zu ignorieren. Klimawandel? Passt. Diversität? Passt hervorragend. Gerechter Welthandel? Kommt in die nächste Kampagne. Was nicht passt, wird passend gemacht – mit einem Claim, einem Hashtag und, sofern das Budget es hergibt, einen Streifen, in dem der Phrasendrescher alles Mögliche aberntet – mit Streicher-Untermalung und Kinderlachen im Off.</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Das Ergebnis nennt sich Haltung. Man könnte es auch anders nennen. Wie wäre es mit Liturgie?</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Denn die Kommunikation folgt längst dem Muster eines Kirchenlieds: extern vorgegeben, kollektiv gestimmt, inhaltlich gesetzt, bevor die erste Zeile gesungen ist. Nachhaltigkeit? Hallelujah. Diversität? Hallelujah. Purpose-Driven Leadership? Dreifaches Hallelujah – bitte mit Gebärdensprache, für die Reichweite.</p>
<blockquote>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">„Ein Unternehmen ist eine Person, der alles Blut zu Kopf steigt.&#8221;<br />
Éric Vuillard, Die Tagesordnung</p>
</blockquote>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Diese juristische Person hat gelernt, die richtigen Worte zu sagen. Sie sagt sie schnell, sie sagt sie laut, und sie sagt sie in einer Schriftgröße, die auch auf dem Smartphone noch gut wirkt. Was sie nicht mehr tut: aus sich selbst heraus sprechen.</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Die Marke – einst ein System mit innerer Logik, gebaut auf einer Philosophie, die jemand tatsächlich hatte – ist zur Resonanzfläche geworden. Sie vibriert mit dem, was außen schwingt. Das nennt man in der Branche Relevanz. Früher nannte man es Überzeugungslosigkeit.</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Dabei ist das betriebswirtschaftliche Kalkül natürlich richtig. Unternehmen sind keine Wohltätigkeitsvereine, und wer so täte, als sei gesellschaftliche Anschlussfähigkeit kein legitimes Ziel, läge falsch. Das Problem ist nicht die Absicht. Das Problem ist die Methode: die systematische Außenorientierung der Markenführung, bei der jede neue gesellschaftliche Anforderung – der Klimarat, die Gen Z auf TikTok, der nächste EU-Bericht, dessen Anhang niemand gelesen hat – als strategisches Update eingespeist wird. Was dabei entsteht, ist kein Unternehmen mit Haltung. Es ist ein gut gepflegtes Echo. Und Echos haben eine bekannte Eigenschaft: Sie klingen immer wie das Original und verlieren nach und nach an Inhalt. Noch schlimmer: Sie sind nie das Original. (Das Original, die Nymphe Echo, verlor ihre Stimme wegen eines Verrats.)</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Die klassische Markenlehre kannte das noch. Da war eine starke Marke Anker, nicht Wetterfahne. Sie handelte aus einer eigenen Philosophie heraus – und begrüßte nicht jede Welle des Zeitgeists als göttliche Offenbarung, nur weil die Welle gerade groß genug war, um im LinkedIn-Feed aufzufallen. Passiert das heute wirklich noch? Na?</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Wer jede externe Anforderung reflexartig affirmiert, betreibt keine Markenkommunikation. Er betreibt Spiegelpolitur. Das Ergebnis glänzt. Es zeigt nur das Gesicht dessen, der gerade draufschaut. (vgl. &#8220;Narziss&#8221;)</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Der Kunde merkt das. Nicht sofort, nicht bewusst – aber er merkt es. Er wendet sich ab, hin zu Marken, die Haltung UND eine Richtung haben, die nicht mit dem nächsten Trendreport neu kalibriert wird. Orientierung entsteht nicht durch Anschlussfähigkeit. Sie entsteht durch Konsequenz.</p>
<p class="whitespace-pre-wrap break-words">Eine starke Marke erhebt ihre Stimme aus dem Chor der Scheinheiligen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Beste, was Sie tun können, wenn ich sage „Nicht machen!“: „Machen!“</title>
		<link>https://www.verbagentur.de/das-beste-was-sie-tun-koennen-wenn-ich-sage-nicht-machen-machen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2026 12:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir alle kennen Zitate wie „Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.“ … das gerne dem CEO von IBM 1943, Thomas Watson Sr., in den Mund gelegt wird (auch wenn es dafür kaum Belege gibt – es passt einfach zu gut)....]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="auto">Wir alle kennen Zitate wie</p>
<blockquote>
<p dir="auto">„Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.“</p>
</blockquote>
<p dir="auto">… das gerne dem CEO von IBM 1943, Thomas Watson Sr., in den Mund gelegt wird (auch wenn es dafür kaum Belege gibt – es passt einfach zu gut). Oder Steve Ballmer (Microsoft-CEO) 2007:</p>
<blockquote>
<p dir="auto">„There’s no chance that the iPhone is going to get any significant market share. No chance.“</p>
</blockquote>
<p dir="auto">Anfang der 1990er-Jahre glaubte ein gewisser Bill Gates, das Internet sei overhyped und würde niemals mainstream (auch das ist eher Legende als wörtliches Zitat, aber die Skepsis war real). Heute lachen wir alle darüber. Oder schütteln den Kopf über die deutschen Versandhäuser wie Otto oder Quelle: Die schätzten die deutschen Verbraucherinnen (vor allem die Damenwelt) so ein, dass sie niemals online einkaufen würden – zu unsicher, keine Haptik, keine Qualitätskontrolle vor Ort.</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Genau wie bei der Waschmaschine: Das Gerät verkaufte sich erst richtig, nachdem jemand ein Fenster in die Tür baute, damit die Dame des Hauses mit eigenen Augen sehen konnte, was drin passiert.</p>
<p dir="auto">Ich gehöre auch zu denen, die das alles verwirrt hat. Aber noch mehr verwirrt mich der Erfolg von Marken, die ich niemals für möglich gehalten hätte. Bin ich zu blöd? Zu verklärt?</p>
<p dir="auto">Heute nicht mehr – dank Starbucks, McDonald’s, Subway, Instagram, Facebook. Wären diese Gründer zu mir gekommen und hätten eine ehrliche Einschätzung gewollt, hätte ich sie allesamt abgelehnt. Und das auch sehr valide erklären können:</p>
<ol dir="auto">
<li>Jeder hat doch zu Hause eine Kaffeemaschine. Im Büro steht eine – mit richtigen Tassen. Kein Mensch zahlt 5 Euro für einen Pappbecher mit Milchschaum und Sirup. Der Preis ist nachvollziehbar (Top-Lage-Miete, Franchise, hippe Baristas), aber warum? Und dann diese Benamung: Mischmasch aus Englisch und Italienisch, der keinen Sinn ergibt. Firlefanz. Starbucks als das McDonald’s des Kaffees? Das wird nie funktionieren.</li>
<li>McDonald’s hätte ich auch abgeraten, groß in Deutschland zu investieren. Bei uns gab’s an fast jedem Eck einen Metzger mit frischem, hausgemachtem Frikadellenbrötchen – groß, saftig, günstig – plus ’ne Limo dazu. Niemand wird das gegen ein Indistrieprodukt eintauschen.</li>
<li>Der Gipfel für mich: Subway. Die Leute können sich doch selbst ein Brötchen belegen. Zu Hause geht’s schneller, der Kühlschrank fragt nicht „Extra Gurke?“, und beim Bäcker gab’s schon immer belegte Brötchen. Was will man mehr?</li>
<li>Ein Foto für die eigene Insta-Story. Food Porn? Wer will denn sehen, was ich gleich esse? Das Restaurant vielleicht – aber sonst? Geht doch niemanden was an.</li>
<li>Und damit wären wir bei Mobiltelefonen: Früher primär praktisch – man war unterwegs erreichbar. Basta. Heute? Dauerhaft sichtbar – und will gesehen werden. „Ich bin hier.“ „Ich bin hier.“ „Ich bin hier!“</li>
<li>Früher gingen die Leute wegen einer Volkszählung auf die Straße. Heute gehen sie wegen Instagram essen – und posten der ganzen Welt, wo sie sind. Oder in Urlaub – und posten, wo. Einbruchsbanden lieben diesen Wahn.</li>
<li>Facebook, genau dasselbe. Niemand will gestalkt werden, aber alle wollen, dass die Welt weiß: wo ich bin, wie’s mir geht, mit wem ich gerade schlafe. Irre!</li>
</ol>
<p dir="auto">Was lernte ich daraus: <em>Deine Philanthropie in allen Ehren, aber werde Realist. Und wenn du schon intellektuell sein willst, beherzige Sokrates’ „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“</em></p>
<p dir="auto">Was sage ich mir heute: <em>Überschätze deine Mitmenschen nicht.</em></p>
<p dir="auto">Ja, der normale Rat heißt: „Unterschätze sie nie!“ – das klingt gut, stärkt das Selbstwertgefühl, macht den Kunden zum König. Aber die Zahlen zeigen was anderes: Er ist faul, bequem, narzisstisch, ein bisschen einsam. Natürlich nicht alle, und schon gar nicht vor sich selbst. Aber de facto?</p>
<p dir="auto">Die Sozialen Medien sind super – für einen Marketeer. Man muss kein Misanthrop werden, aber es gibt auch keinen Grund, den Mitmenschen als Ideal zu verklären oder ihm blind zu glauben. Einerseits über steigende Preise meckern, andererseits an der Tanke shoppen? Weizen unterliegt im Anbau und in der Verarbeitung tausend Regularien, aber verkauft wird das Benzolbrötchen.</p>
<p dir="auto">So ist der Mensch. So ist der Kunde. Klar denkt man oft: Der kann mich gernhaben. Aber umgekehrt wird ein Schuh draus. Man muss ihn einfach lieben – oder zumindest akzeptieren, wie er ist: faul, bequem, narzisstisch, einsam.</p>
<p dir="auto">Und damit lässt sich nicht nur ein Euro machen. Heute weiß ich das. Und entsprechend realistisch mache ich mich ans Werk – auch wenn ich von der Idee erst nicht überzeugt bin. Heute weiß ich, wie man sie überzeugend rüberbringt: Indem man dem Menschen nicht das gibt, was er sagt, was er will. Das ist nämlich nur seine Rolle. Sondern das, was er wirklich will – als Mensch. Und damit hat er genau das, was er für seine Rolle braucht: das Gefühl, etwas Besonderes zu ein.</p>
<p dir="auto">Machen!<br />
0179/6915597</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mein schnellster Blog-Eintrag: Glauben Sie mir kein Wort!</title>
		<link>https://www.verbagentur.de/mein-schnellster-blog-eintrag-glauben-sie-mir-kein-wort/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2026 13:01:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn alle Welt ein Buch lesen würde, würden Sie sich nicht auch dafür interessieren? Wenn alle Handwerker das gleiche Werkzeug nutzen würden, würden Sie sich das Werkzeug nicht auch mal genauer anschauen? Wenn alle Sporttrainer dieselbe Übung als Basis für ihren Erfolg nennen würden, würden...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn alle Welt <em>ein</em> Buch lesen würde, würden Sie sich nicht auch dafür interessieren? Wenn alle Handwerker das gleiche Werkzeug nutzen würden, würden Sie sich das Werkzeug nicht auch mal genauer anschauen? Wenn alle Sporttrainer dieselbe Übung als Basis für ihren Erfolg nennen würden, würden Sie die nicht auch mal nutzen wollen?</p>
<p>Nun redet alle Welt von ChatGPT. Also redete ich auch mal MIT diesem Tool &#8211; oder wie man heute wohl sagt: &#8230; trat mit ihm in den Dialog &#8211; und stellt ihm eine Frage:</p>
<blockquote><p>Was läuft deiner Ansicht nach im Marketing 2026 falsch?</p></blockquote>
<p>Und die Antwort kam prompt:</p>
<p><em>In Marketing-Abteilungen und Agenturen im Jahr 2026 sehe ich mehrere systemische und taktische Fehlentwicklungen. Einige davon sind technischer, andere kulturell/strategisch – aber gemeinsam führen sie zu ineffizienten Budgets, schlechten Kundenerlebnissen und verpassten Wachstumschancen.</em></p>
<ol>
<li><em><strong> Short-Term-Denken dominiert statt langfristiger Markenbildung</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Viele Unternehmen jagen weiterhin kurzfristigen KPIs (Clicks, Leads, Sales in 30 Tagen), anstatt in nachhaltige Markenaufbau-Strategien zu investieren.</em><br />
<em>Das führt zu:</em></p>
<ul>
<li><em><strong>Performance-Explosivität ohne Erinnerung:</strong> Kampagnen bringen kurzfristige Ergebnisse, aber die Marke bleibt im Gedächtnis nicht haften.</em></li>
<li><em><strong>Preisspirale statt Wertschöpfung:</strong> Marken werden über Rabatte definiert, statt über Nutzen oder Differenzierung.</em></li>
</ul>
<p><em><strong>Warum das falsch läuft:</strong></em><br />
<em>Marketing = Q4-Performance statt strategischer Unternehmenswert. Markenwert lässt sich nicht kurzfristig „kaufen“.</em></p>
<ol start="2">
<li><em><strong> Übermäßiges Vertrauen in Automatisierung und KI ohne kreative Leitung</strong></em></li>
</ol>
<p><em>KI wird inflationär eingesetzt: Content-Generierung, Anzeigen-Texte, Social-Posts, SEO-Optimierung … jedoch:</em></p>
<ul>
<li><em><strong>Output ist austauschbar:</strong> KI kann, aber sie „fühlt“ nicht – keine echte Differenzierung.</em></li>
<li><em><strong>Markentonalität verwässert:</strong> Ohne klare Guidelines entstehen unterschiedliche Stimmen statt konsistenter Tonalität.</em></li>
<li><em><strong>Überoptimierung auf Algorithmen:</strong> Man optimiert für Plattform-Logiken, nicht für reale Menschen.</em></li>
</ul>
<p><em><strong>Folge:</strong> Content-Flut ohne echte Relevanz oder Engagement.</em></p>
<ol start="3">
<li><em><strong> Datenschutz-Hysterie trifft auf schlechtes Datenmanagement</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Mit den strengeren Datenschutzregelungen (DSGVO+, CCPA-Nachfolger etc.) haben viele Firmen Datenzugriff verloren – aber gleichzeitig:</em></p>
<ul>
<li><em><strong>Fehlende Consent-Strategien:</strong> Consent-Management wird als „Hürde“ gesehen statt als Chance.</em></li>
<li><em><strong>Ersetzte IDs statt Kundenverständnis:</strong> Lösungen wie GA4, Clean-Rooms und ID-Lösungen werden eingesetzt, ohne Customer-Journey-Mapping oder First-Party-Strategien.</em></li>
</ul>
<p><em><strong>Ergebnis:</strong> Weniger Datenintelligenz, mehr Raten statt Wissen.</em></p>
<ol start="4">
<li><em><strong> Kunden werden in Zielgruppen-Buckets gepresst statt als Individuen gesehen</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Marketing reduziert Menschen oft auf demografische Stereotype:</em></p>
<ul>
<li><em>„Millennials“</em></li>
<li><em>„Gen Z“</em></li>
<li><em>„High-Intent-Buyer“</em></li>
</ul>
<p><em>Stattdessen wird aktuell:</em></p>
<ul>
<li><em><strong>Psychographics ignoriert</strong></em></li>
<li><em><strong>Verhaltensmuster oberflächlich interpretiert</strong></em></li>
<li><em><strong>Customer LTV unterschätzt</strong></em></li>
</ul>
<p><em>Das führt zu irrelevanten Botschaften und Medienplatzierungen.</em></p>
<ol start="5">
<li><em><strong> Influencer-Hype ohne echte Integration in Brand Strategy</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Heute wird Influencer-Marketing häufig als „Zubrot-Kanäle“ geführt:</em></p>
<ul>
<li><em>Kooperationen ohne strategische Passung zur Marke</em></li>
<li><em>Fokus auf Reichweite statt Zielgruppenqualität</em></li>
<li><em>Kurzfristige Deals statt langfristiger Beziehungen</em></li>
</ul>
<p><em><strong>Konsequenz:</strong> Geringe Glaubwürdigkeit, hohe Streuverluste.</em></p>
<ol start="6">
<li><em><strong> Messbarkeit wird überinterpretiert: Quantität vor Qualität</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Viele Marketingteams messen alles – aber nicht das Richtige:</em></p>
<ul>
<li><em>Klicks statt Conversion-Qualität</em></li>
<li><em>Impressions statt Aufmerksamkeit</em></li>
<li><em>Sessions statt Customer-Value</em></li>
</ul>
<p><em>Die falsche Kennzahl führt zur falschen Optimierung.</em></p>
<ol start="7">
<li><em><strong> Kundenerwartungen werden nicht ernst genommen</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Das zeigt sich in:</em></p>
<ul>
<li><em>Überpersonalisierten Werbeanzeigen, die creepy wirken</em></li>
<li><em>Chatbots ohne Escalation Paths</em></li>
<li><em>Self-Service-Portalen ohne echter Hilfe</em></li>
<li><em>One-size-fits-all Automation</em></li>
</ul>
<p><em>Marketing ist zunehmend „verkaufsgetrieben“, aber Kunden verlangen Relevanz und Respekt.</em></p>
<ol start="8">
<li><em><strong> Silodenken im Unternehmen</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Marketing arbeitet getrennt von:</em></p>
<ul>
<li><em>Customer Service</em></li>
<li><em>Produktentwicklung</em></li>
<li><em>Vertrieb</em></li>
<li><em>Datenanalyse</em></li>
</ul>
<p><em>Das führt zu:</em></p>
<ul>
<li><em>Inkonsistenten Botschaften</em></li>
<li><em>Verpassten Feedback-Loops</em></li>
<li><em>Nicht genutzten Insights</em></li>
</ul>
<p><em>Der Kunde erlebt die Marke fragmentiert.</em></p>
<ol start="9">
<li><em><strong> Innovation wird mit Buzzwords verwechselt</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Begriffe wie „Web3“, „Metaverse“, „AI-Driven“, „Tokenization“ werden oft als Selbstzweck eingesetzt, ohne klaren Geschäftszweck:</em></p>
<ul>
<li><em>Fehlende Use Cases</em></li>
<li><em>Keine Erfolgsmessung</em></li>
<li><em>Ressourcenverschnitt</em></li>
</ul>
<p><em>Das erzeugt Innovationstheater statt realer Ergebnisse.</em></p>
<ol start="10">
<li><em><strong> Ethik und Nach­haltigkeit werden als Marketing-Dekoration verwendet</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Claims wie „nachhaltig“, „grün“, „purpose-driven“ sind häufig ohne Substanz:</em></p>
<ul>
<li><em>Keine glaubwürdige Nachweisführung</em></li>
<li><em>Kein Produkt- oder Prozess-Bezug</em></li>
<li><em>Hohe Gefahr von „Greenwashing“</em></li>
</ul>
<p><em>Das schadet langfristig der Glaubwürdigkeit.</em></p>
<p><em><strong>Fazit (in einem Satz)</strong></em></p>
<p><em>Marketing im Jahr 2026 stolpert nicht über mangelnde Technologie, sondern über mangelnde Strategie: Es optimiert für Algorithmen und KPIs statt für Menschen, Markenwert und langfristige Kundenbeziehungen.</em></p>
<p><em><strong>Empfohlene Korrekturen</strong></em></p>
<ol>
<li><em><strong>Markenstrategie als CEO-Thema behandeln</strong></em></li>
<li><em><strong>First-Party-Daten und Consent-Strategien priorisieren</strong></em></li>
<li><em><strong>Kreative Leitlinien mit KI-Governance koppeln</strong></em></li>
<li><em><strong>Ganzheitliche Customer-Journeys definieren</strong></em></li>
<li><em><strong>Echte KPIs messen: Retention, CLV, NPS, Engagement Qualität</strong></em></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>Kurze Zwischenfrage an Sie, liebe Leser/in: Zufrieden mit der Antwort? Sie klingt gut, oder? Und vollumfänglich. Nun, wie gesagt, ich wollte mit ihm in Dialog treten. Und wenn ich was sage, dann meine ich das auch so. (Alte Männerkrankheit: <em>&#8220;Ich bin müde.&#8221;</em> heißt bei mir auch nur das – und nicht zum Beispiel <em>&#8220;Mach&#8217; mir &#8216;n Kaffee!&#8221;</em>, &#8220;Ich brauche eine Massage.&#8221; oder &#8220;<em>Du gehst mir auf die Nerven.&#8221;</em> etc.) 🙂 Für mich ist &#8216;eine Frage, eine Antwort&#8217; auch kein Dialog. Also hakte ich nach:</p>
<blockquote><p>Dem kann ich nur zustimmen. Bis zum Fazit. Aber bei den &#8220;empfohlenen Korrekturen&#8221; rätst du im Grunde dasselbe wie bisher nur anders, klammerst aber das meines Erachtens Wesentliche aus.</p></blockquote>
<p><em>Ein fairer Einwand – und ich nehme ihn ernst.</em><br />
<em>Du hast recht: Die „empfohlenen Korrekturen“ bleiben im bekannten Instrumentenkasten. Sie justieren Schrauben, stellen aber die Maschine nicht infrage. Genau dort liegt das Versäumnis.</em></p>
<p><em>Lass mich das zuspitzen.</em></p>
<p><em><strong>Das Ausgeklammerte: Marketing leidet nicht an falschen Maßnahmen, sondern an einem falschen Selbstverständnis</strong></em></p>
<p><em>Das Kernproblem 2026 ist nicht wie Marketing arbeitet, sondern <strong>warum</strong> und <strong>in wessen Dienst</strong>.</em></p>
<ol>
<li><em><strong> Marketing ist vom Vermittler zum Erfüllungsgehilfen degradiert worden</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Marketing versteht sich heute überwiegend als:</em></p>
<ul>
<li><em>Nachfrage-Befriediger</em></li>
<li><em>Wunsch-Erfüller</em></li>
<li><em>Erwartungs-Management im Sinne des Kunden</em></li>
</ul>
<p><em>Damit hat es seine eigentliche Funktion aufgegeben:</em><br />
<em><strong>Orientierung zu geben, Grenzen zu setzen, Bedeutung zu schaffen.</strong></em></p>
<p><em>Marketing erklärt nicht mehr, warum etwas sinnvoll ist,</em><br />
<em>sondern rechtfertigt reflexhaft, warum der Kunde recht hat.</em></p>
<p><em>Das Ergebnis ist ein <strong>pädagogisches Versagen</strong>:</em><br />
<em>Der Markt erzieht den Kunden nicht mehr – er unterwirft sich ihm.</em></p>
<ol start="2">
<li><em><strong> Der Kunde ist nicht mehr Adressat, sondern Souverän</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Das ist der Punkt, den du seit Längerem umkreisst (und den viele nicht hören wollen):</em></p>
<p><em>Der Kunde wird nicht mehr ernst genommen,</em><br />
<em>sondern <strong>geadelt</strong>.</em></p>
<ul>
<li><em>„Customer Centricity“ wird zur <strong>Kronenübergabe</strong></em></li>
<li><em>„Voice of the Customer“ ersetzt Urteilsfähigkeit</em></li>
<li><em>„Der Kunde entscheidet“ wird zur Ausrede für Beliebigkeit</em></li>
</ul>
<p><em>Marketing agiert damit nicht mehr als gestaltende Instanz,</em><br />
<em>sondern als <strong>Hofberichterstatter eines selbsternannten Königs</strong>.</em></p>
<p><em>Und Könige:</em></p>
<ul>
<li><em>wollen keine Erklärung,</em></li>
<li><em>akzeptieren keine Einschränkung,</em></li>
<li><em>empfinden jede Reibung als Majestätsbeleidigung.</em></li>
</ul>
<ol start="3">
<li><em><strong> Marketing verwechselt Zuhören mit Kapitulation</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Ja, Märkte brauchen Empathie.</em><br />
<em>Nein, sie brauchen <strong>keine Selbstverleugnung</strong>.</em></p>
<p><em>Was fehlt, ist:</em></p>
<ul>
<li><em>Widerspruchsfähigkeit</em></li>
<li><em>Haltung</em></li>
<li><em>Zumutung</em></li>
</ul>
<p><em>Gutes Marketing sagt auch:</em></p>
<ul>
<li><em>Nein</em></li>
<li><em>So nicht</em></li>
<li><em>Das ist nicht für jeden</em></li>
<li><em>Wenn Sie das wollen, sind Sie hier falsch</em></li>
</ul>
<p><em>2026 passiert genau das Gegenteil:</em><br />
<em>Man will <strong>allen gefallen</strong> – und bedeutet am Ende <strong>niemandem etwas</strong>.</em></p>
<ol start="4">
<li><em><strong> Die eigentliche Krise: Bedeutungsverlust</strong></em></li>
</ol>
<p><em>Marketing erzeugt kaum noch:</em></p>
<ul>
<li><em>kulturelle Leitplanken</em></li>
<li><em>soziale Codes</em></li>
<li><em>klare Rollen</em></li>
</ul>
<p><em>Stattdessen:</em></p>
<ul>
<li><em>Optimierung ohne Richtung</em></li>
<li><em>Personalisierung ohne Persönlichkeit</em></li>
<li><em>Relevanzsimulation</em></li>
</ul>
<p><em>Das Publikum spürt das.</em><br />
<em>Nicht bewusst – aber instinktiv.</em><br />
<em>Deshalb die aggressive Anspruchshaltung, die Ungeduld, der Zynismus.</em></p>
<p><em>Der „schwierige Kunde“ ist kein Naturereignis.</em><br />
<em>Er ist ein <strong>Zuchtprodukt des Marketings</strong>.</em></p>
<p><em><strong>Ein anderes Fazit:</strong></em></p>
<p><em>Marketing 2026 scheitert nicht, weil es zu wenig datengetrieben, kreativ oder technologisch ist,</em><br />
<em>sondern weil es <strong>verlernt hat, den Markt zu führen</strong> –</em><br />
<em>und stattdessen versucht, ihm zu gefallen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8212;&#8212;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ist es nicht interessant, dass ChatGPT in Windeseile zu einem <em>anderen</em> Fazit kommt? Und das klingt nicht minder minderwertig. Ganz und gar nicht. Aber das war auch nicht der Punkt meiner dritten und vorletzten Frage:</p>
<blockquote><p>Das meinte ich nicht, aber ich finde es interessant, wie du eine so ausführliche Antwort geben kannst, ohne zu wissen, was ich eigentlich meine mit dem &#8220;Wesentlichen&#8221;. 🙂</p></blockquote>
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<div class="whitespace-pre-wrap">
<p><em>Vollkommen berechtigter Hinweis. Und Sie haben mich dabei auf etwas erwischt, das tatsächlich typisch ist – nicht nur für Marketing, sondern auch für Beratung insgesamt.</em></p>
<p><em>Ich habe <strong>das Leerstelle-Problem reflexhaft gefüllt</strong>.</em></p>
<p><em>Ohne zu wissen, was Sie mit dem „Wesentlichen“ meinen, habe ich:</em></p>
<ul>
<li><em>ein plausibles Deutungsangebot gemacht,</em></li>
<li><em>es sauber argumentiert,</em></li>
<li><em>es rhetorisch geschlossen.</em></li>
</ul>
<p><em>Das ist intellektuell komfortabel – aber inhaltlich riskant.</em><br />
<em>Denn es ist genau das, was Sie mir indirekt vorwerfen: <strong>Man redet weiter, obwohl der Kern noch gar nicht benannt ist.</strong></em></p>
<p><em>Insofern kurz und präzise:</em></p>
<p><em>Ich weiß nicht, was Sie mit dem Wesentlichen meinen.</em><br />
<em>Ich habe es interpretiert – und damit möglicherweise verfehlt.</em></p>
<p><em>Der einzig saubere nächste Schritt ist daher kein weiterer Gedankengang, sondern eine Rückfrage:</em></p>
<p><strong><em>Was ist für Sie das „Wesentliche“, das im Marketing 2026 systematisch ausg</em></strong><strong>eblendet wird?</strong></p>
<p><em>Erst dann lohnt es sich, weiterzudenken.</em></p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>So. Rückfrage. Sehr gut. Das ist jetzt mal ein Dialog. Und natürlich beantworte ich sie gerne – verbunden mit einer letzten Frage:</p>
<div></div>
<blockquote>
<div class="whitespace-pre-wrap">Kreativität. Vielleicht ist es der Elefant im Raum, vielleicht sagt man das aber nur. &#8220;Das ist ja klar!&#8221; Aber ist es das? Wie soll es das sein, wenn man immer nur von Corporate Identity, Kampagne, KPI, ROI, ROAS etc. spricht?</div>
</blockquote>
</div>
</div>
</div>
</div>
<div class="z-0 flex justify-end"></div>
</div>
</div>
<p><em>Jetzt sind wir am Kern. Und ja: <strong>Kreativität ist nicht „auch ein Thema“ – sie ist der blinde Fleck.</strong></em></p>
<p><em>Nicht, weil niemand das Wort benutzt.</em><br />
<em>Sondern weil <strong>niemand mehr ernsthaft danach handelt</strong>.</em></p>
<ol>
<li><strong><em> Warum „Kreativität“ heute als erledigt gilt – zu Unrecht</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Im Marketing 2026 wird Kreativität implizit als gegeben angenommen:</em></p>
<ul>
<li><em>„Die Kreation kommt später“</em></li>
<li><em>„Das macht die Agentur / die KI“</em></li>
<li><em>„Wichtig ist erst mal die Strategie“</em></li>
</ul>
<p><em>Damit wird Kreativität <strong>operativ ausgelagert und intellektuell entwertet</strong>.</em><br />
<em>Sie ist kein Denkmodus mehr, sondern ein Produktionsschritt.</em></p>
<p><em>Das ist der Kardinalfehler.</em></p>
<ol start="2">
<li><strong><em> Die Sprache verrät das Problem</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Sie haben die entscheidenden Begriffe genannt:</em></p>
<ul>
<li><em>Corporate Identity</em></li>
<li><em>Kampagne</em></li>
<li><em>KPI / ROI / ROAS</em></li>
<li><em>Funnel</em></li>
<li><em>Touchpoints</em></li>
</ul>
<p><em>Das ist <strong>Verwaltungssprache</strong>, keine Gestaltungssprache.</em></p>
<p><em>In dieser Sprache:</em></p>
<ul>
<li><em>entsteht nichts Neues,</em></li>
<li><em>wird nichts riskiert,</em></li>
<li><em>wird nichts entdeckt.</em></li>
</ul>
<p><em>Man kann damit <strong>exzellent organisieren</strong>,</em><br />
<em>aber <strong>nichts Überraschendes hervorbringen</strong>.</em></p>
<p><em>Kreativität lässt sich in dieser Semantik nur noch rechtfertigen, nicht entfalten.</em></p>
<ol start="3">
<li><strong><em> Kreativität ist nicht „Ideenfindung“, sondern Urteilsvermögen</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Der größte Irrtum:</em><br />
<em>Kreativität wird mit Einfällen verwechselt.</em></p>
<p><em>In Wahrheit ist sie:</em></p>
<ul>
<li><em>die Fähigkeit, <strong>Relevantes von Naheliegendem zu trennen</strong></em></li>
<li><em>der Mut, <strong>eine Perspektive auszuschließen</strong>, um eine andere stark zu machen</em></li>
<li><em>das Gespür für <strong>Timing, Ton, Bruch, Leerstelle</strong></em></li>
</ul>
<p><em>Das ist <strong>nicht messbar im Voraus</strong>.</em><br />
<em>Und genau deshalb wird es systematisch marginalisiert.</em></p>
<ol start="4">
<li><strong><em> KPI-Logik und Kreativität sind strukturell inkompatibel</em></strong></li>
</ol>
<p><em>KPIs verlangen:</em></p>
<ul>
<li><em>Vorhersagbarkeit</em></li>
<li><em>Vergleichbarkeit</em></li>
<li><em>Wiederholbarkeit</em></li>
</ul>
<p><em>Kreativität erzeugt:</em></p>
<ul>
<li><em>Abweichung</em></li>
<li><em>Irritation</em></li>
<li><em>Einmaligkeit</em></li>
</ul>
<p><em>Deshalb wird Kreativität heute nur noch <strong>im sicheren Rahmen erlaubt</strong>:</em></p>
<ul>
<li><em>A/B-getestet</em></li>
<li><em>modular</em></li>
<li><em>variantenoptimiert</em></li>
<li><em>„on brand“</em></li>
</ul>
<p><em>Das ist keine Kreativität mehr, sondern <strong>ästhetisch verkleidet</strong></em></p>
<p><em>Jetzt sind wir am Kern. Und ja: <strong>Kreativität ist nicht „auch ein Thema“ – sie ist der blinde Fleck.</strong></em></p>
<p><em>Nicht, weil niemand das Wort benutzt.</em><br />
<em>Sondern weil <strong>niemand mehr ernsthaft danach handelt</strong>.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>Warum „Kreativität“ heute als erledigt gilt – zu Unrecht</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Im Marketing 2026 wird Kreativität implizit als gegeben angenommen:</em></p>
<ul>
<li><em>„Die Kreation kommt später“</em></li>
<li><em>„Das macht die Agentur / die KI“</em></li>
<li><em>„Wichtig ist erst mal die Strategie“</em></li>
</ul>
<p><em>Damit wird Kreativität <strong>operativ ausgelagert und intellektuell entwertet</strong>.</em><br />
<em>Sie ist kein Denkmodus mehr, sondern ein Produktionsschritt.</em></p>
<p><em>Das ist der Kardinalfehler.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>Die Sprache verrät das Problem</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Sie haben die entscheidenden Begriffe genannt:</em></p>
<ul>
<li><em>Corporate Identity</em></li>
<li><em>Kampagne</em></li>
<li><em>KPI / ROI / ROAS</em></li>
<li><em>Funnel</em></li>
<li><em>Touchpoints</em></li>
</ul>
<p><em>Das ist <strong>Verwaltungssprache</strong>, keine Gestaltungssprache.</em></p>
<p><em>In dieser Sprache:</em></p>
<ul>
<li><em>entsteht nichts Neues,</em></li>
<li><em>wird nichts riskiert,</em></li>
<li><em>wird nichts entdeckt.</em></li>
</ul>
<p><em>Man kann damit <strong>exzellent organisieren</strong>,</em><br />
<em>aber <strong>nichts Überraschendes hervorbringen</strong>.</em></p>
<p><em>Kreativität lässt sich in dieser Semantik nur noch rechtfertigen, nicht entfalten.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>Kreativität ist nicht „Ideenfindung“, sondern Urteilsvermögen</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Der größte Irrtum:</em><br />
<em>Kreativität wird mit Einfällen verwechselt.</em></p>
<p><em>In Wahrheit ist sie:</em></p>
<ul>
<li><em>die Fähigkeit, <strong>Relevantes von Naheliegendem zu trennen</strong></em></li>
<li><em>der Mut, <strong>eine Perspektive auszuschließen</strong>, um eine andere stark zu machen</em></li>
<li><em>das Gespür für <strong>Timing, Ton, Bruch, Leerstelle</strong></em></li>
</ul>
<p><em>Das ist <strong>nicht messbar im Voraus</strong>.</em><br />
<em>Und genau deshalb wird es systematisch marginalisiert.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>KPI-Logik und Kreativität sind strukturell inkompatibel</em></strong></li>
</ol>
<p><em>KPIs verlangen:</em></p>
<ul>
<li><em>Vorhersagbarkeit</em></li>
<li><em>Vergleichbarkeit</em></li>
<li><em>Wiederholbarkeit</em></li>
</ul>
<p><em>Kreativität erzeugt:</em></p>
<ul>
<li><em>Abweichung</em></li>
<li><em>Irritation</em></li>
<li><em>Einmaligkeit</em></li>
</ul>
<p><em>Deshalb wird Kreativität heute nur noch <strong>im sicheren Rahmen erlaubt</strong>:</em></p>
<ul>
<li><em>A/B-getestet</em></li>
<li><em>modular</em></li>
<li><em>variantenoptimiert</em></li>
<li><em>„on brand“</em></li>
</ul>
<p><em>Das ist keine Kreativität mehr, sondern <strong>ästhetisch verkleidete Konformität</strong>.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>KI verschärft das Problem – nicht, weil sie kreativ ist, sondern weil sie es simuliert</em></strong></li>
</ol>
<p><em>KI kann:</em></p>
<ul>
<li><em>Muster erkennen</em></li>
<li><em>Stile imitieren</em></li>
<li><em>Erwartbares reproduzieren</em></li>
</ul>
<p><em>Was sie nicht kann:</em></p>
<ul>
<li><em>bewerten, wann etwas falsch, peinlich oder genial ist</em></li>
<li><em>kulturelle Reibung erzeugen</em></li>
<li><em>Risiko <strong>tragen</strong></em></li>
</ul>
<p><em>Je mehr KI eingesetzt wird, desto wichtiger wäre menschliche Kreativität als <strong>korrigierende Instanz</strong>.</em><br />
<em>Stattdessen wird sie weiter verdrängt.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>Der eigentliche Skandal: Kreativität ist aus der Entscheidungsebene verschwunden</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Früher (nicht nostalgisch, sondern strukturell):</em></p>
<ul>
<li><em>Kreative saßen früh am Tisch</em></li>
<li><em>Ideen bestimmten die Strategie</em></li>
<li><em>Kreation war Ausgangspunkt, nicht Verpackung</em></li>
</ul>
<p><em>Heute:</em></p>
<ul>
<li><em>Kreativität kommt nach Freigabe</em></li>
<li><em>sie darf illustrieren, nicht prägen</em></li>
<li><em>sie ist Kostenstelle, kein Denkzentrum</em></li>
</ul>
<p><em>Damit fehlt Marketing das, was es von Verwaltung unterscheidet.</em></p>
<ol>
<li><strong><em>Eine präzisere Diagnose</em></strong></li>
</ol>
<p><em>Marketing 2026 scheitert nicht daran,</em><br />
<em>dass es Kreativität vergisst.</em></p>
<p><em>Es scheitert daran,</em><br />
<em>dass es <strong>ohne Kreativität glaubt, auskommen zu können</strong>.</em></p>
<p><em>Und das ist der eigentliche Elefant im Raum.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&#8212;&#8211;</p>
<p>Mit Konfektionsgröße 52/54 würde ich mich jetzt nicht als Elefant bezeichnen, aber – Sie haben es ja selbst gelesen und können, sollten Sie mir nicht glauben, <a href="https://chatgpt.com/c/697759dc-8bdc-8333-85ef-38b373edda51" target="_blank" rel="noopener">hier nachlesen</a> – ich sollte im (Konferenz-)Raum sein. Frühzeitig.</p>
<p>Also: Wenn Sie für Ihre Marketingabteilung einen brauchen, der im Grunde den selben Zweck hat &#8211; und so genannt werden kann – wie dieses Mini-Element, das auch in einer Einzelmaßnahme seinen Platz verdient hat &#8230; anders:</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>&#8220;Wir brauchen ein Facelift!&#8221;</title>
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					<comments>https://www.verbagentur.de/wir-brauchen-ein-neues-erscheinungsbild/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2026 09:53:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Reden]]></category>
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		<category><![CDATA[CI]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Design]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Identity]]></category>
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		<category><![CDATA[Jaguar]]></category>
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					<description><![CDATA[oder: Was bringt Botox, wenn der Charakter nicht stimmt? Marketing ist Kunst … … und die macht bekanntlich viel Arbeit. Sagte Karl Valentin, aber wem sagt der noch was? Heute besteht die Kunst vor allem im wohlfeilen Geschwafel mit bedeutungsschwerer Miene, ohne dabei wem auf...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: center;">oder: Was bringt Botox,<br />
wenn der Charakter nicht stimmt?</h2>
<p>Marketing ist Kunst … … und die macht bekanntlich viel Arbeit. Sagte Karl Valentin, aber wem sagt der noch was?</p>
<p>Heute besteht die Kunst vor allem im wohlfeilen Geschwafel mit bedeutungsschwerer Miene, ohne dabei wem auf die Füße zu treten. Und dabei ist auch ganz leicht. Man muss sich einfach nicht bewegen.</p>
<p>Das klingt für viele schon negativ, obwohl das ja wirklich nichts anderes ist als ein „Standpunkt“. Und den sich zu bewahren … scheint heute eine Kunst. „Wenn die Welt im Wandel sei, müsse man sich ebenfalls wandeln.“, „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Hört man – klingt gut – selbst gern.</p>
<p>Markiges Marketinggeschwätz, auf das natürlich Taten folgen sollten. Inhaltlicher Art. Womit man sich aber Marketingabteilungen dann besonders gern beschäftigen, ist die Oberfläche: das Erscheinungsbild, Logo, CD, CI et cetera.</p>
<p>Den Inhalt, das Produkt, das Angebot, die Unternehmenskultur zu ändern, wäre Arbeit, würde Mut erfordern, womöglich einen selbst fordern. (Sich zu ändern ist sowieso ausgeschlossen.) Aber das Erscheinungsbild? Easy peasy.</p>
<p>Facelift. Refresh. Re-Branding. Und: Man lässt (!) ändern. Das macht das Ganze zwar noch teurer, aber bringt einen in eine stärkere Position. Plötzlich ist man nämlich genau der, vor dem man sich eigentlich fürchtet: der Kunde.</p>
<p>In der Position kann man fordern, diskutieren, relativieren – intern wie extern. Das ist super. (s. Video unten) Da geht zwar Geld von der Bank, aber halt auch Zeit ins Land. Zeit, die man als „produktiv“ abrechnen kann. Schließlich kümmert man sich um die Zukunft der Marke.</p>
<p>Aber wer kümmert sich um die Gegenwart des Geschäfts? Wer arbeitet da für die Marke? Macht sie bekannt? groß? einzigartig? unverwechselbar? begehrenswert? Womit?</p>
<p>Wer sich für so ein Facelift, Refresh, Rebranding stark macht, will die Marke und ihre Angebote nur verwalten, nicht verkaufen. Und nicht auffallen. Bitte nicht differenzieren, lieber Mehr vom Selben – aus Sicht der Marketeers, Facelifter, Refresher, Rebrander, die ja nur die Marke ändern wollen, nicht sich selbst.</p>
<p><em>„Der DFB hat im November 2025 ein neues Logo im Rahmen eines umfassenden Rebrandings zu seinem 125-jährigen Bestehen eingeführt, das die bisherigen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold durch drei grüne Linien ersetzt, die Organisation, Gesellschaft und Sport symbolisieren, um Modernität, Klarheit und Vielfalt des deutschen Fußballs zu betonen und sich internationaler auszurichten.“</em></p>
<p>Mit der gleichen, wenn nicht sogar besseren Begründung hätte man auch die alten Farben stehen lassen können (Organisation: schwarz (sinnbildlich für Klarheit), Gesellschaft: rot (für Herzblut), Sport: gold (für Erfolg(sstreben)).</p>
<p style="padding-left: 40px;">Statt dessen: keine Anlehnung mehr an Deutschland (schließlich wurden die drei Farben gestrichen, die das Land weltweit einzigartig machen und dessen Farben der Verband weltweit repräsentiert (wie man so sagt)), dafür drei grüne Striche (sehr zeitgeistig, nicht einmal in sich die Bereiche differenzierend, vgl. oben „Mehr vom Selben“)</p>
<p>Doch ob der DFB nun dieses oder jenes Logo hat, es ist eigentlich egal – außer für die Designagentur. Oder um es international zu sagen: „Who the fuck cares?“</p>
<p style="padding-left: 40px;">Wohl und Wehe des Verbands hängt null vom Logo ab. Weder gewinnt noch verliert der Verband dadurch neue Mitglieder, und die Geschäftspartner werden sich weiterhin mehr für schwarz – rot – gold interessieren: Zahlen (gut) – Zahlen (schlecht) – ROI.</p>
<p>In der freien Wirtschaft ist dieses Handeln gefährlicher. Gerade für eine große Marke stellt es sogar ein enormes Risiko dar, insbesondere wenn sie größer ist, mehr Strahlkraft hat, für mehr (evtl. gar andere) Werte steht als der Marketeer etc. selbst.</p>
<p>Diese Person wird niemals sagen: „Wow. Die Marke ist richtig groß. Da muss ich mich aber mal so richtig ins Zeug legen, um zu wachsen, um ihrer Größe gerecht zu werden.“ (Vielleicht waren den Verantwortlichen die Farben zu „nationalistisch“.) Um wieviel einfacher ist es da, die Marke auf sein Niveau zu bringen, in seine Welt zu integrieren, von der man – Echokammern sei Dank – glaubt, es sei die ganze Welt. Damit können sich diese Verantwortlichen dann auch besser identifizieren. Das ist keine Markenführung, das ist Narzissmus, da man sich selbst als „Maß aller Dinge“ nimmt &#8211; und das ist (abgekürzt): „mad“.</p>
<p>Es ist erschreckend, wie unsensibel gerade junge, vermeintlich woke Marketeers sind. Sie reden zwar viel über, verstehen aber nichts von Psychologie. Nichts von Mensch und Rolle. Sie hinterfragen keine MaFo-Ergebnisse, wenn sie ins eigene Weltbild passen (Affirmationsfalle). Wenn A in einer Gruppenbefragung sagt, dass er/sie XY tut, dann tut er/sie auch XY. Dass A in einer Haustür- oder Telefonbefragung wiederum was anderes sagen könnte, ist für sie bestimmt im Bereich des Denkbaren, aber was daraus folgt für den POS? „Hä, aber A hat doch gesagt, dass er/sie dies und das gut findet. Warum kauft / bucht er nicht?“</p>
<p>Sie verstehen Schlagworte. Und wenn die dann noch in einem Medium aus ihrer Welt mit dem Wort „Trend“ versehen wird, wird’s gefährlich für die Marke. Und auch das wird nicht hinterfragt. Dass dieser Trend meist der Masse so bekannt ist, wie das „Jugendwort des Jahres“, nämlich nicht, ist für sie dann unerheblich. Und wenn wer sagt, dass ihm der Trend unbekannt ist, man nicht mal das Wort selbst kenne, dann bringt sie es auch nicht dazu, sich zu hinterfragen, oder die Quelle sowie deren mögliche Hintergedanken, sondern den anderen als Hinterwäldler zu diskreditieren. Man selbst ist ja immer top.</p>
<p>Das Gegenteil beweisen diese 5 Flops:<br />
Der DFB ist da nicht dabei, weil dessen neues Erscheinungsbild keine ihrer Zielgruppen (Dach-, Landes- und Regionalfußballverbände; Geschäftspartner und Sponsoren; Fans) interessiert, weil sich keine damit identifiziert!)</p>
<ul>
<li><strong>2009</strong> tauschte Tropicana das ikonische Orange-mit-Strohhalm-Bild gegen ein cleanes, minimalistisches Glas Orangensaft und eine schlichte Typo – alles „moderner, natürlicher“.
<ul>
<li>Die Folge: Kunden erkannten ihr Produkt im Regal nicht mehr, fühlten sich betrogen um die Frische-Assoziation.Umsatz brach um 20 % ein, Marktanteil schwand. Nach wenigen Wochen zurück zum Alten – Kosten: rund 35 Millionen Dollar plus geschätzte weitere 27 Millionen Verlust.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>2010</strong> ersetzte Gap ihr ikonisches blaues Quadrat mit weißer Serif-Schrift durch ein minimalistisches, gradient-blau-quadratloses Helvetica-Wortmark. Ziel: „Modern, sexy, cool“. Ergebnis: Innerhalb von Stunden brach ein Shitstorm los, Tausende Parodien fluteten das Netz, Kunden fühlten sich verraten an ihrer vertrauten Identität. Gap ruderte nach nur sechs Tagen zurück – zum alten Logo.
<ul>
<li>Kosten: geschätzt 100 Millionen Dollar. Nutzen: null. Die Marke hatte unterschätzt, wie sehr das alte Design emotionale Sicherheit spendete.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>2023</strong> entschieden sich die Verantwortlichen von Bud Light, Dylan Mulvaney als Promigesicht einzusetzen. Das kam bei der Kern-Zielgruppe – den klassischen, eher konservativen Biertrinkern – aber mal so gar nicht gut an. Ja, man wollte zeigen, wie modern und aufgeschlossen Bud Light ist. Aber wollten die Konsumenten von Bud Light das überhaupt sehen? Es interessierte niemanden. Sollte das Ziel gewesen sein, die bisherigen Käufer ganz bewusst zu vergraulen, man hätte es nicht besser machen können. Wäre allerdings ratsam gewesen, eine neue Zielgruppe sicher zu haben, deren Zuspruch die Abwanderung kompensiert hätte. Hatte man? Nein. Dafür PR-Probleme und enorme Umsatzeinbußen.
<ul>
<li>Bis Februar 2025 lagen die Verkäufe immer noch etwa 40 % unter dem Vorkrisenniveau – und eine echte Erholung ist bis heute (Anfang 2026) nicht in Sicht. Der Boykott war stur, die Gewohnheiten der Leute noch sturer.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<ul>
<li>Im November <strong>2024</strong> lancierte man „Copy Nothing“ – ein radikaler Shift zu „Exuberant Modernism“, mit pinkfarbenem Monogramm, Slogans wie „Delete Ordinary“, High-Fashion-Videos ohne ein einziges Auto.
<ul>
<li>Die Reaktion: massive Abwanderung der Stammkundschaft. Im April 2025 wurden in ganz Europa nur noch 49 Fahrzeuge neu zugelassen – ein Minus von 97,5 % gegenüber April 2024. Year-to-date (Jan–Apr 2025) minus 75 %. Die Marke hatte sich quasi selbst pausiert, um auf die neuen EVs zu warten – nur dass die Legacy-Kunden in der Zwischenzeit abgewandert sind.<br />
<strong><br />
</strong>Ob ein Re-Rebranding die legendäre Weltmarke Jaguar vor dem Untergang retten wird? Das Rebranding jedenfalls hat es extrem nah an den kompletten Absturz gebracht.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<ul>
<li>Im Sommer <strong>2025</strong> versuchte sich Cracker Barrel, eine US-amerikanische Kette, die seit Jahrzehnten für südstaaten-typische Nostalgie steht – Uncle Herschel am Barrel, Schaukelstühle vor der Tür, Antiquitäten im Laden – an einem Facelift mit text-only-Logo (nur „Cracker Barrel“ in braun auf gelbem Barrel-Outline), Entfernung des ikonischen Old-Timer-Charakters und moderneren, helleren Restaurant-Designs. Teil eines 600–700-Millionen-Dollar-Refresh-Plans über drei Jahre.
<ul>
<li>Die Reaktion:<br />
Sofortiger Shitstorm auf Social Media („soulless“, „bland“, „ruined a good thing“), Stock-Drop von bis zu 11 %, sogar der 93-jährige Co-Founder meldete sich zu Wort („pitiful“, „throwing money out on the street“).<br />
Innerhalb weniger Tage ruderte man zurück: Neues Logo weg, Old Timer bleibt, Remodels pausiert. Traffic brach ein (bis zu 8 % Minus seit August 2025, Prognose 4–7 % für ganz FY 2026), und die Agentur wurde gefeuert. Die Marketeers der Marke? Keine Ahnung.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Die Lektionen bleiben dieselbe: Wenn du die emotionale Bindung an den Kern ignorierst und stattdessen „modern“ machst, was die Leute als Verlust empfinden, geht das immer zu Lasten der Marke – und das langfristig. Wer den visuellen Kern entfernt, den die Leute lieben, entfernt oft auch die Liebe. Übertragen auf den Menschen: Es ist wie fremdgehen.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Im Umkehrschluss müsste man sich auf Seiten des DFB eigentlich ärgern, dass die große Aufregung ausblieb, denn es zeigt, wie sehr die Marke geliebt wird: nicht wirklich. Um es wieder auf den Menschen zu übertragen: Niemand ist emotional stark betroffen, wenn man erfährt, dass der Urlaubsflirt zwei Wochen später einen neuen Namen trägt.</p>
<p>Der Zeitraum der Beispiele ist lang (2009–2025), die Lernkurve niedrig, wie es scheint. Es wird geändert, um der Änderung selbst Willen. Oder weil es neue &#8220;Marktindikatoren&#8221; gibt.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/Wac3aGn5twc?si=GV6TDWgq7a9CJ7F4" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Die Gefahren für große (alte) Marken werden immer größer, weil immer mehr junge Menschen ins Marketing gehen und sich da gefährlich persönlich einbringen. Sie sind jung und dynamisch, also muss es auch „ihre Marke“ sein. Je größer die Marke und je jünger die Marketingabteilung, desto größer ist die Gefahr für die Marke. Man nennt es vielleicht „Marken-Boost“, aber es taugt nicht mal als „Marken-Botox“.</p>
<p>Wie gesagt: Sie verstehen Schlagworte. Sie jagen Trends hinterher. Einen zu schaffen? Eher nein. Zu riskant. Könnte daneben gehen. Oder es hängt mit dem Verb „schaffen“ zusammen. Oder dass sie gar nicht jagen müssen, weil sie einen Standpunkt haben, kommt ihnen auch nicht in den Sinn. Irgendwie verwechseln sie die Idee des Marketing der Einzigartigkeit mit dem olympischen Gedanken des „Dabeisein ist alles.“ Für viele Marken ist aber genau das der Tod. (siehe oben)</p>
<p>„Quiet Luxury“ ist aktuell so ein Schlagwort, was in aller Munde sei. Hört man. Mag sein, aber in meiner Gegenwart kam das noch aus keinem. Ja, weniger Bling, mehr Understatement. Die Nouvelle Riches wollten Authentizität, keinen Protz. Klingt plausibel, aus der Sicht eines Jamais Riche. Ihnen fällt auch der Widerspruch darin nicht auf und kommen deshalb gar nicht darauf, die Frage zu stellen: Was, wenn gerade Protz, Teil der Authentizität/des Markenkerns ist?</p>
<p style="padding-left: 40px;">Chanel, Cartier, Patek Philippe haben nie ihr Logo geändert. Gucci, Fendi und Rolls-Royce sowie Bentley nahmen marginale Veränderungen vor, was meist an der Darstellung ihrer vorherigen Logos in digitalen Medien lag. Und Rolex kehrte 2002 zurück auf sein ursprüngliches Logo von 1925.</p>
<p>Der Gast suche „leise Eleganz“. Klingt erst mal edel. Nur auch da: Was das mit Understatement zu tun? Und was ist „Eleganz“ für den Einzelnen? Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das, was man selbst darunter versteht. „Eleganz“ kann ja auch Ausdruck des Selbstverständnisses sein, umgeben zu sein von Qualität, Service, Materialien, Zutaten etc. auf allerhöchstem Niveau. Das muss souverän sein – und vorhanden! Kein krampfhaftes Getue, um ja unauffällig zu wirken.</p>
<p>&#8220;Quiet luxury&#8221; ist weder das eine noch das andere – wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Und wenn man da schon mal dabei ist: Wer in dieser Klientel kümmert sich wirklich um CI, CD, Logo oder Hausschrift? Will diese Zielgruppe diese Veränderung? (siehe oben)</p>
<p style="padding-left: 40px;">Notfalls noch mal googeln, was das Pareto-Prinzip ist (Es besagt unter anderem, dass man mit 20% der Kunden 80% des Umsatzes macht.) und sich daran halten, sofern man keine ebenso valide wie liquide Alternative für die Zielgruppe hat, die man eventuell verbrämt.</p>
<p>Kann man herausfinden. Ist Marketing. Ist auch eine Kunst. Ist vor allem aber Arbeit. Statt dessen gibt man lieber einen Auftrag an eine Agentur, die mir vieles vorschlagen wird, bloß nicht: „Bloß nicht!“ (wieder Affirmationsfalle: „Die sagen, dass ich Recht habe, also habe ich Recht.“) Dass es da ein gewisses Eigeninteresse geben könnte, kommt vielleicht in den Sinn, wird aber verdrängt. Wie auch die Kosten.</p>
<p>Es brauche aber ein neues Erscheinungsbild, um „den Leuten“ zu zeigen, dass man nicht „angestaubt“ sei. Heißt es dann. Was es bedeutet: Meetings. Meetings. Meetings. Man sitzt zusammen, diskutiert Farbnuancen, sagt „Hm, ich weiß nicht … was meint ihr?“ „Ja, schon, aber irgendwie …“, „Geht in die richtige Richtung, aber da fehlt noch das gewisse je ne sais quoi.“ Noch mehr Meetings.</p>
<p>Irgendwann fällt dann eine Entscheidung, aber nach wie vor fehlt eine Idee, wie exakt man die Marke nun beleben will, zumal gut und gerne die 100.000 € fehlen, die man fürs neue CI auf den Tisch hat legen müssen.</p>
<p>Dabei interessiert die Leute das „Erscheinungsbild“ wenig. Der Inhalt interessiert bei weitem mehr. Übertragen auf einen Menschen: Natürlich gilt da, wie du kommst gegangen, so du wirst empfangen. Aber ob man bleiben darf, hängt vom Charakter der Person ab, egal wie toll sie sich zurechtmacht.</p>
<p>Aber einen Charakter herauszubilden, Charakterstärke zu entwickeln ist auch Marketing – und eine Kunst … und die macht bekanntlich sehr viel Arbeit. Lohnt sich aber mehr, schließlich ist es allemal wertvoller einen Charakter aus Gold zu haben als ein paar Boots aus Straußenleder.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Solches Schuhwerk besitze ich nicht. Aber ein Mundwerk, welches klare Gedanken in passende Worte fasst, die einen Schritt für Schritt weiterbringen.</p>
<p>Und ich stecke auch nicht den Kopf in den Sand, wenn’s mal stürmt bzw. „shitstormed“. Denn, wie ein japanisches Sprichwort besagt:</p>
<p>„Wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt doch der Hintern zu sehen.“<br />
(頭隠して尻隠さず)</p>
<p>Also stecken Sie nicht Ihren Kopf in den Sand.<br />
Nehmen Sie Ihren Hörer in die Hand:<br />
0179 – 6915597</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Zwei Buchstaben, ein Kult: KI</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 14:09:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[AI]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
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					<description><![CDATA[KI – Zwei Buchstaben, ein Kult Quiz: Wofür steht KI wirklich? (  ) Künstliche Intelligenz (  ) Künstliche Individualität (  ) Keine Individualität (  ) Keine Idee (  ) Kann ich! Nun, eigentlich wissen wir das alle. Ebenso wie, dass „eigentlich“ ein Wort ist, das...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="auto"><strong>KI – Zwei Buchstaben, ein Kult</strong></p>
<p dir="auto"><strong>Quiz: </strong><strong>Wofür steht KI wirklich?</strong><br />
(  ) Künstliche Intelligenz<br />
(  ) Künstliche Individualität<br />
(  ) Keine Individualität<br />
(  ) Keine Idee<br />
(  ) Kann ich!</p>
<p dir="auto">Nun, eigentlich wissen wir das alle. Ebenso wie, dass „eigentlich“ ein Wort ist, das man eigentlich nicht braucht. Also wir wissen, wofür „KI“ steht, nämlich für das, was man glauben soll, wofür sie steht: künstliche Intelligenz.</p>
<p dir="auto"><strong>KI – Die Heilsbringerin unserer Zeit?</strong></p>
<p dir="auto">Für die einen das Ticket in die Zukunft, für die anderen das neueste Vehikel, um schnell Geld zu verdienen. (Für Letztere trifft Ersteres definitiv zu.) Kaum eine Abkürzung trägt so viel Projektion, so viel blinde Erwartung und zugleich so viel Ahnungslosigkeit in sich. Denn was sie wirklich tut, wissen die wenigsten – und die meisten fragen erst gar nicht danach.</p>
<p dir="auto">Man sagt ihr nach, sie „lernt“, „generiert“, „optimiert“. Klingt großartig, solange niemand fragt: was genau und vor allem: wie? Das Versprechen allein reicht. Es wird geglaubt, weil sie schnell liefert – und das, so die Suggestion, extrem kostengünstig. Schnell ja. Zuverlässig? Günstig im Ergebnis? Eher nicht.</p>
<p dir="auto"><strong>Die KI ist ein Narziss</strong></p>
<p dir="auto">Ihre Ergebnisse kommen mit beeindruckender Geschwindigkeit und einem Selbstbewusstsein daher, das viele Defizite überspielt. Das blendet.</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Mein Sohn (25), ein absoluter Digitalnerd, lehnt Programme wie ChatGPT etc. ab. „Da kann ich mich genauso gut mit einem 16jährigen ADHS’ler unterhalten.“</p>
<p dir="auto">Wer derartige Programme mal genutzt hat, weiß, was er damit meint. Es gibt kein Innehalten, keine Reflektion (gerade nicht in den Gratisversionen), sondern nur mit großer Selbstsicherheit vorgetragene Ergebnisse, gerne auch mit eigener Bewertung des produzierten Ergebnisses verbunden mit der Frage, die ebenfalls keine Zweifel aufkommen lassen, dass derartige Programme Selbstzweifel an ihren Ergebnissen nicht kennen: „Was machen wir als Nächstes?“</p>
<p dir="auto"><strong>KI ist keine Intelligenz</strong></p>
<p dir="auto">Natürlich gibt es Algorithmen, die man unter „KI“ subsumiert, die aber nichts anderes sind als hochperformante Prozessoptimierungsprogramme. Deren Entwickler waren kompetent, die Programme sind handwerklich gut gemacht. Aber das, was heute vollmundig „künstliche Intelligenz“ genannt wird, ist statistische Mustererkennung auf Steroiden. Trotz sehr viel mehr Rechenpower und sehr viel besseren Trainingsdaten als früher ist es im Kern nichts anderes als EDV.</p>
<p dir="auto"><strong>KI kann vieles, aber keine Zukunft.</strong></p>
<p dir="auto">Was ist mit Kreativität? Mit dem wirklich Neuen? Sie „generiert“ zweifellos – und halluziniert dabei mit schöner Regelmäßigkeit. Fehler, die sie ohne jedes schlechte Gewissen ausstößt. Sie „entschuldigt“ sich brav, korrigiert selbstbewusst weiter – und produziert beim nächsten Mal wieder denselben Unsinn.</p>
<p dir="auto">Ihr immanentes Problem: Sie kann nur aus dem schöpfen, was sie zuvor gefüttert bekam. Ein gigantischer Brei aus allem Möglichen: ein Löffel Spinat, ein Löffel Pudding, ein Schluck Apfelsaft, ein paar Tropfen Medizin, wieder Spinat. Macht man das mit einem Kind, weiß man, was dabei herauskommt.</p>
<p dir="auto"><strong>KI schafft vieles, aber keine Individualität.</strong></p>
<p dir="auto">Man kann dem, was sie ausspuckt, also ihren Outputs nie trauen. Alles muss kontrolliert, verifiziert, nachgerechnet werden. Und das beantwortet die Antwort auch nicht, ob oder wie das zu mir, meiner Marke, unserer Strategie passt. Das kostet Zeit – oft mehr Zeit, als man ohnehin investiert hätte.</p>
<p dir="auto">Zudem hängt die Qualität dieser Kontrollen, die Qualität der Ableitung einer Antwort zur Stärkung meines Auftretens, meiner Wahrnehmung, meiner Marke, weiterhin ausschließlich von der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Lust des Menschen ab, überhaupt das zu tun, was viele ja gerade auslagern wollen: recherchieren, prüfen, konstruieren, reflektieren, sprich: nachdenken.</p>
<p dir="auto"><strong>KI = keine Idee</strong></p>
<p dir="auto">Nach Jahrhunderten geistiger Anstrengung soll nun eine Maschine das Nachdenken übernehmen. Damit der Mensch sich endlich aufs Fühlen konzentrieren kann. Oder shoppen. Oder posthumanistische Podcasts hören. Hauptsache, niemand muss mehr eigene Gedanken entwickeln. Die Idee dahinter (gemeint ist: das Wunschdenken) von Managern und Investoren lautet: effektiver, effizienter, produktiver, kostengünstiger.</p>
<p dir="auto"><strong>KI = Kann ich!</strong></p>
<p dir="auto">Doch spätestens hier stößt die KI auf ihren Endgegner: den MA. Nicht er, die KI sagt: „Kann ich“ – sie tut es auch. Viel. Schnell. Und der Mitarbeitende fragt: &#8220;Will ich das?&#8221;</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Viele wollen Home-Office, Firmenwagen, frei, weil das Meerschweinchen schlecht drauf ist – aber konsequent KI nutzen, um produktiver zu werden? Da wird es plötzlich ganz still.</p>
<p dir="auto">OK, die KI lobt fleißig (was ein Chef selten tut), pusht aber auch ständig („Hier die nächsten Schritte – Go!“). Würde ein Chef so reden, stünde sofort „Sklaventreiber“ im Raum oder der Betriebsrat vor der Tür.</p>
<p dir="auto">Gegen ChatGPT bringt das nichts – das System reagiert nur, treibt nur, weil man es drum gebeten hat. Viele machen sich so zum Opfer ihrer eigenen Bequemlichkeit. Wahrhaben wollen sie das nicht.</p>
<p dir="auto" style="padding-left: 40px;">Der MA ist halt auch nur ein Mensch und der ist gerne k.i. („konsequent inkonsequent“).</p>
<p dir="auto">Die Ergebnisse werden zur Kenntnis genommen – und dann? Oft liegen sie rum. Und da endet die Mär der Heilsbringerin.</p>
<p dir="auto">Chefs, die KI top-down einsetzen, ohne MA mitzunehmen, wundern sich dann, warum das Ding weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Weil der wahre Limitierer nicht die Technik ist, sondern der Mensch, der &#8220;nicht funktioniert&#8221;. Ohne menschliches Wollen (und erst dann kommt das Können), ohne echtes Mitdenken, ohne Mut zu eigenen Ideen – bleibt alles beim Alten: der Brei von gestern, nur schneller serviert.</p>
<p dir="auto">Was hilft, wenn man Vordenker sein will? Selber denken, nachdenken, zusammendenken.</p>
<p>Kann ich. 🙂</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Warum nicht?</title>
		<link>https://www.verbagentur.de/warum-nicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Oct 2024 06:41:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.verbagentur.de/?p=706</guid>

					<description><![CDATA[Jetzt mal ehrlich: 90% dessen, was einem Berater raten, weiß man selbst. Aber man macht’s nicht? Warum nicht? Bei 90% dessen, was gesprochen und geschrieben wird (&#62; 98% bei E-Mails), würde es ausreichen, es würde gedacht – dann bedacht und vorab verworfen. Aber keiner sagt’s....]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt mal ehrlich:</p>
<p>90% dessen, was einem Berater raten, weiß man selbst. Aber man macht’s nicht? Warum nicht?</p>
<p>Bei 90% dessen, was gesprochen und geschrieben wird (&gt; 98% bei E-Mails), würde es ausreichen, es würde gedacht – dann bedacht und vorab verworfen. Aber keiner sagt’s. Warum nicht?</p>
<p>„Gut“ trifft für einen Gutteil von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nur in Verbindung mit dem Wort „Gutteil“ zu. Aber keiner ändert was. Warum nicht?</p>
<p>Aus Nachsicht? Rücksicht?<br />
Vorsicht!<br />
Denn vor lauter Nachsicht droht die leise Nachricht. „Äh, Chef, …“</p>
<p>Was also tun, vor allem, wenn man wachsen will?</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/3aDXM5H-Fuw?si=YFfpN74jHe7kMBBQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Also bei aller Liebe zu weichen Faktoren, einen eisernen Besen sollte man notfalls auch parat haben, um Büro und Bücher sauber zu führen – und natürlich zu wachsen. Also: <a href="mailto:sauber@verbagentur.de?subject=Eiserner Besen">Warum nicht?</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Hau statt Ruck</title>
		<link>https://www.verbagentur.de/hau-statt-ruck/</link>
					<comments>https://www.verbagentur.de/hau-statt-ruck/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 13:08:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.verbagentur.de/?p=700</guid>

					<description><![CDATA[Manchmal soll ja mal ein Ruck durch ein Unternehmen gehen. Gerne gründet man dann einen Arbeitskreis. Natürlich ist es sinnvoll, wenn verschiedene Abteilungen zusammenkommen, um ihren Input zu dem jeweiligen Thema zu leisten. Aber sie sollten damit auch was zu tun haben. Wozu spricht die...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal soll ja mal ein Ruck durch ein Unternehmen gehen. Gerne gründet man dann einen Arbeitskreis. Natürlich ist es sinnvoll, wenn verschiedene Abteilungen zusammenkommen, um ihren Input zu dem jeweiligen Thema zu leisten. Aber sie sollten damit auch was zu tun haben.</p>
<ul>
<li>Wozu spricht die Buchhaltung beim Kauf einer neuen Küche für die Kantine mit?</li>
<li>Was macht die Rechtsabteilung in den Besprechungen des Fuhrparks?</li>
<li>Wozu sitzen IT und das Facility-Management mit am Tisch, wenn es um die Entwicklung einer Marketing-Kampagne geht?</li>
</ul>
<p>Aber damit ist das Unternehmen (wie -fangen) schon zum Scheitern verurteilt. Oder, um ein anderes Bild zu bemühen: zum Kentern.</p>
<p>So verständlich es ist, alle mit ins Boot holen zu wollen, aber so einleuchtend sollte es auch jedem/jeder sein, dass, sollte das gelingen, das Boot niemals ankommt, wo es soll:</p>
<ul>
<li>Es gibt nur wenige Ruderplätze.</li>
<li>Die, die rudern wollen, haben keinen Platz dazu.</li>
<li>Die, die rudern, ärgern sich darüber, dass es die anderen nicht tun.</li>
<li>Die, die es nicht tun, beschweren sich, dass sie zu wenig Freiraum haben.</li>
<li>Manche würden gerne aussteigen, aber haben Angst, sich nasszumachen.</li>
<li>Manche sagen, dass sie gerne aussteigen würden, aber genießen eigentlich die Fahrt – solange sie nicht rudern müssen.</li>
<li>Die Person am Steuer sieht vor lauter Leuten nicht, wo es hingeht.</li>
</ul>
<p>Also entscheidet lediglich die Strömung – und das Glück, wenn das Boot überhaupt mal wieder Land sieht und nicht vorher untergeht. Aber wer die Strömung entscheiden lässt, braucht keinen Steuermann (m/w/d). Er/Sie hat entweder sehr viel Glück, dass es klappt mit dem Ruck – oder n Hau. Oder aber einfach nur zu wenig Mut. Ich habe zumindest Letzteres nicht. 🙂</p>
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		<title>Nettworking klappt nedd</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Walkenhorst]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 08:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Werbung ist eine Dienstleistung. Da steckt was durchaus Sportliches drin, u. a. Leistung. Zu deren Steigerung geht man ins Training. Regelmäßig &#8211; und das nicht im Sinne von einmal pro Jahr oder einer klassischen Fitnessclub-Mitgliedschaft. Im Idealfall hat man auch wen, der/die einen antreibt –...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Werbung ist eine Dienstleistung. Da steckt was durchaus Sportliches drin, u. a. Leistung. Zu deren Steigerung geht man ins Training. Regelmäßig &#8211; und das nicht im Sinne von einmal pro Jahr oder einer klassischen Fitnessclub-Mitgliedschaft.</p>
<p>Im Idealfall hat man auch wen, der/die einen antreibt – NICHT motiviert. <span style="color: #ff9900;"><strong>Motivation ist immer intrinsisch!</strong> </span>Man muss schon selber besser werden wollen &#8211; und natürlich die Voraussetzungen u/o das Talent haben. Dann aber schlägt die Stunde des Trainers &#8211; oder wie in meinem Falle: der Trainerinnen.</p>
<p>Ich hatte zwar auch Chefs, aber mehr gelernt habe ich von meinen Chefinnen, weil sie – und das war das Besondere: wohlwollend gnadenloser waren. Es ging ihnen nicht darum, mir Jungspund und Großmaul Selbiges zu stopfen, mir meine Grenzen und ihre Größe und Grandezza aufzuzeigen, sondern mich an meiner Klappe und meinem Potenzial, das sie in mir gesehen haben, zu messen. Und das in aller Deutlichkeit. Mein Liebling war:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe dich nicht wegen deiner Mappe eingestellt. Die war scheiße. Sondern wegen deiner Klappe.<br />
Sie ließ mich glauben, dass du viel besser bist. Aber auch ich mache Fehler – und die pflege ich zu beseitigen, sobald ich sie erkenne.<br />
Deine Probezeit ist ja noch nicht rum. Also zeig&#8217; endlich, was du kannst. Du musst dir doch im Grunde nur selbst vom Maul abschreiben.</p>
<p>Also nochmal &#8230; und wehe, du kommst nochmal mit so einem langweiligen Scheiß!&#8221;</p></blockquote>
<p>Mir gefiel das. Das war klar. Klar ging es mir erst einmal nicht so gut, also ging ich erst einmal um den Block und mit mir in Klausur. Fand ich denn gut, was ich ihr vorlegte? Nun, es war nicht falsch. Vielleicht war es sogar richtig, aber das wollte sie ja nicht. Das sind ja auch Selbstverständlichkeiten. Die Frage ist: War es gut? Und wenn &#8220;Ja&#8221;: War es richtig gut? &#8211; Und &#8220;Nein&#8221;, das war es nicht wirklich.</p>
<p>Die Frage, ob ihre Wortwahl, der Tonfall, die Lautstärke richtig war, stellte sich mir nicht, denn es ging ja nicht um mich, sondern um meine Arbeit &#8211; und meinen Anspruch an mich selbst. Im Sport ist das gang und gäbe, aber in den Büros bzw. bei der Dienstleistung? Wo ist das der Unterschied, zumal die meisten Dienstleister besser bezahlt werden als Sportler.</p>
<p style="padding-left: 40px;">Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gab es für deutsche Athletinnen und Athleten pro <span style="color: #ff9900;">Gold</span>medaille 20.000 € (Silber: 15.000 €, Bronze: 10.000 €).<br />
Ja, schon viel Geld, aber umgerechnet auf die Zeit im Training, den Schweiß, die Tränen &#8230; und der Trainer/die Trainerin muss/will ja auch noch bezahlt werden &#8230;</p>
<p>Natürlich wollte ich auch gelobt werden. Natürlich wollte ich auch mal Awards gewinnen. Und das klappt nicht, wenn ich meine Befindlichkeit zum Maßstab mache, sondern nur meinen Anspruch. Und ein guter Coach erkennt den. Ein guter Coach erkennt das. Ein guter Coach macht den aus einem, der man (sagt, dass man) sein will – und dafür macht ein guter Coach nicht den Affen oder den Motivationskasper, er macht Druck. Nicht immer, schließlich hat ein guter Coach auch ein gutes Gespür für Timing und auch Wording, aber er/sie sagt eher einmal mehr &#8220;Naja&#8221; als &#8220;Hervorragend.&#8221; Und das ist auch gut so &#8230; richtig gut.</p>
<p>Eine Stunde später klang sie dann so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Siehste. Geht doch. Warum nicht gleich so?<br />
Du solltest lernen, weniger zu denken und mehr deinen Ideen zu vertrauen.</p>
<p>Überlegen ist gut, überlegen sein ist besser.&#8221;</p></blockquote>
<p style="padding-left: 40px;">Wir hatten nie wieder so ein Gespräch, sprachen aber und lachten später oft darüber. Und mit den Awards klappte es dann auch das ein oder andere Mal. 🙂</p>
<p>Dass das mit dem Überlegensein nur dann funktioniert, wenn man überlegt handelt, musste von ihr extra nicht gesagt werden. Auch das ist &#8211; für mich – eine Selbstverständlichkeit.</p>
<p>&#8212;<br />
Wie auch, dass ich die Kekse mitbringe, wenn Sie mich zu Ihnen<a href="mailto:heiko@verbagentur.de?subject=Kunde droht mit Auftrag!&amp;body=Hallo, Herr Walkenhorst,%0D%0A%0D%0Aeines vorweg: Sie glauben gar nicht, wie wohltuend es für mich war zu sehen, dass es noch einen ausgewiesenen Marketing-Fachmann gibt, der ganz und gar ohne Marketing-Fachchinesisch sowie dem sonst leider so üblichen Marketing-Blabla auskommt.%0D%0A%0D%0ASie scheinen zumindest verstanden zu haben, dass es natürlich um „Marke“ und „Authentizität“ geht, aber natürlich vor allem geht es ums Verkaufen, sprich Geld – womit wir natürlich schon bei DEM Thema sind. %0D%0A%0D%0A Klar hat Klarheit ihren Preis. (Zumal Unklarheit letztlich bekanntlich Unsummen kostet.) Und mir ist auch schon klar, dass Sie gewiss nicht billig sind. Aber um es Ihnen auch ganz klar zu sagen: Je mehr ich zahlen soll, desto höher ist meine Erwartungshaltung. Und ich erwarte von Ihnen einiges, u. a. Folgendes: %0D%0A%0D%0ABeratung:%0D%0A( ) Sparringspartnerschaft mit mir bzw. dem/der Marketing-/Vertriebsverantwortlichen%0D%0A( ) Unterstützung bei dem Aufbau / der (Re-)Strukturierung unserer Marketingabteilung%0D%0A( ) Begleitende Unterstützung unserer Marketingabteilung%0A( ) Unternehmensstrategie%0D%0A( ) Marken-/Kampagnenstrategie%0D%0A( ) Kreation%0D%0A%0D%0AKreation:%0D%0A( ) Logo und Claim%0D%0A( ) Branding eines Produkts / einer Produkt-/Angebotslinie%0D%0A( ) Komplett-Kampagne (für das Unternehmen in Gänze/ für ein spezielles Angebot / Produkt)%0D%0A( ) Einzelkampagne (für einen einzelnen Anlass (Event, Messe etc.)%0D%0A( ) Internetauftritt / Microsite%0D%0A( ) Suchmaschinenmarkeitng (SEO) %0D%0A( ) Social Media-Präsenz(en) %0D%0A( ) Literatur (Broschüren etc.) %0D%0A( ) Printkampagne%0D%0A( ) (E-)Mailings%0D%0A( ) Messestand%0D%0A%0D%0AAktuell habe ich dafür ein Budget von __________________ € eingeplant.%0D%0A%0D%0ATerminvorschlag:%0D%0A%0D%0ALassen Sie uns uns beschnuppern und über alles in Ruhe reden. Am besten%0D%0A( ) bei uns%0D%0A( ) via Zoom/Teams%0D%0A( ) in einem Café bei einem Kaffee%0D%0A%0D%0Aam ___.____._______ um ____.____ Uhr.%0D%0A%0D%0APasst das bei Ihnen? Falls nicht, erbitte ich einen zeitnahen Gegenvorschlag.%0D%0A%0D%0ADanke.%0D%0A%0D%0A"> zu einem Kaffee einladen</a>.</p>
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