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Heidelberg, 1. Juli 2006
VerbAgentur im Selbstgespräch
Warum sollten wir, die wir aus Respekt vor den wahren Denkern wie Plato, Macchiavelli, Hobbes, Kant, Hegel etc. keine Philosophie präsentieren, sondern aus Respekt vor Ihnen eben nichts weiter als klare Aussagen, warum sollten wir lügen und FAQs erfinden. Denn wenn sich hier wer frequently questions asks, dann sind wir das. Dazu zählen unbedingt Fragen wie:
- Ist es wirklich ein stimmiges, schlüssiges, kreatives wie Preis wertes Konzept?
- Wird es der Bedeutung der Dienstleistung, dem Produkt, dem markt und der Marke gerecht?
- Sieht's geil aus?
Das sind gegen Ende schon die richtigen Fragen. Zu Anfang stellten wir uns folgende:
Heiko Walkenhorst :
Wie kommt man denn als erwiesenermaßen intelligenter Mensch darauf, in so einer Zeit sich mit so was generischem wie einer Werbeagentur selbstständig zu machen? VerbAgentur:
Einfach. Hier gibt's ja nichts.
Heiko:
Hier gibt's Hunderte.
VerbAgentur:
Ja, aber vor allem kleine Grafikbüros. Sie machen schöne Dinge, ich aber will Großes schaffen.
Heiko:
Wahnsinnig?
VerbAgentur:
Nein, motiviert. Nenne mir doch mal eine wirklich bekannte Agentur in Heidelberg? Mannheim? Metropolregion Rhein-Neckar? Es gibt keine. Jetzt nenne mir mal wirklich bekannte Unternehmen aus der Region.
Heiko:
Da kenne ich jede Menge: ABB, BASF, MLP, SAP, SAS Institute, Lamy, Capri-Sonne, Heidelberger Naturfarben, Heidelberger Druckmaschinen, Heidelberger Zement, Heidelberger Brauerei, Mannheimer Morgen, Mannheimer Versicherung, Vileda, Duscholux, Altenbach, Roche, Bilfinger+Berger, …
VerbAgentur:
Aha …
Heiko:
Aha, was?
VerbAgentur:
Warum gehen die nach Frankfurt? Düsseldorf? Da sitzen auch doch nur Menschen, die im Zweifel auch keine besseren Ideen haben als die Leute hier. Klar verstehe ich, dass es international agierende Firmen gibt, die Netzwerkagenturen brauchen, aber sonst braucht die doch kein Mensch. Teuer, präsig, selbstgefällig. Und das bin ich nicht, zumindest nicht präsig. ;-)
Heiko:
Glaubst du, dass man deinen Humor versteht?
VerbAgentur:
Es geht nicht um Humor. Und wenn, dann "ja", weil ich stets Intelligenz unterstelle. Es ist ja wohl logisch, dass ich günstiger bin als so ein Niederrhein- oder Mainmonster. Da war ich lange genug, um zu wissen, dass man dort auch nur mit Wasser kocht, auch wenn es dort oftmals fremdländische Ortsnamen trägt. Das ist nur lächerlich. Aber nun gut, wer will, ist dort bestens aufgehoben.
Heiko:
Die haben auch alles unter einem Dach.
VerbAgentur:
Ja, vor allem Administration. Kostet Geld, bringt nichts. Besser ist, allein zusammen zu arbeiten. Sehr flexibel und nicht nur finanziell günstiger. Networking.
Heiko:
Und das klappt?
VerbAgentur:
Überspitzt gesagt: Es ist für mich heute einfacher, einen gemeinsamen Termin mit fünf Parteien aus fünf Städten zu organisieren als es das bisweilen in Frankfurt für ein inhouse-Meeting war, weil CCDEFO irgendeinem mit noch nem C mehr reporten musste - inklusive Bonusmeilen, versteht sich.
Heiko:
Und mit einem Spruch wie „Wir verkaufen mutigen Unternehmen mutige Werbung, die verkauft?“ willst du dir einen Namen machen?
VerbAgentur:
Ja.
Heiko:
Warum sollte das klappen?
Antwort:
Weil es die richtige Herangehensweise ist. Ich bin vielleicht klein und neu auf dem Markt hier, aber ich bin gut. Warum sollte ich mich verstecken? Nenne mir einen Werbetexter hier in der Region, der mehr Auszeichnungen hat als ich, mehr Erfahrungen in so vielen unterschiedlichen Disziplinen auf so unterschiedlichen Kunden.
Heiko:
T rotzdem. Die Unternehmen werden es nicht riskieren, dir ihren Gesamtetat zu geben.
VerbAgentur:
Erstens müssen sie das auch nicht, zweitens läge da Risiko bei mir und ich bin zwar viel, aber nicht doof. Ich will einfach ein Projekt. Ich bin mir sicher, dass sich Folgeaufträge daran anschließen. Wenn nicht, war ich nicht gut genug. So was muss man sportlich nehmen ...
Heiko:
Aber warum sollte dir jemand einen Auftrag geben?
VerbAgentur:
Aus Neugier – mal sehen, was hinter der großen Klappe steckt – und vor allem aus Kalkül, denn den Verantwortlichen muss ja wohl auch klar sein, dass sie nichts Neues erwarten können, wenn sie immer dasselbe tun.
Heiko:
Wie viel macht das in den Floskelfrosch?
VerbAgentur:
5 Euro.
Heiko:
Und was machst du, wenn es nicht klappt?
VerbAgentur:
Das weiß ich, wenn es nicht geklappt hat. Bis dahin kümmere ich mich darum, dass es nicht passiert. Man muss nicht positiv denken. Man muss handeln. Und das tu ich. Damit es weiterhin gut klappt.
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