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Heidelberg, 11. August 2006
Schrecklich: banal.
Zwei Typen beeinflussen nach wie vor die Freigabe von Texten:
Grundschullehrerinnen und Goethe.
Die einen trichterten einem ein, man beginne keine Sätze mit „Und …“, der andere veröffentlichte nebst einer Vielzahl von Werken (wobei wir die zur Farbenlehre und zum Neptunismus hier nur beiläufig erwähnen, um zu zeigen, dass auch der Herr Geheimrat nicht unfehlbar war) eine so genannte „Schwarze Liste“, mit allen Füllwörtern, die er für überflüssig hielt – was ihn aber nicht abhielt, sie bei Bedarf zu benutzen.
Diese gibt's bei uns auch: Worthülsen, nichtssagende Floskeln, typische PowerPoint-Phrasen, Marketingadjektive ohne Eigenschaften. Wer diese bei uns allen Ernstes nutzt, zahlt mindestens zwei, bei den ganz krassen Fällen auch 20 Euro in den Floskelfrosch. Tabu sind u.a.:
- aufmerksamkeitsstark
- zielgruppenadäquat
- Der Kunde steht im Mittelpunkt.
- proaktiv
- professionell
- nachhaltig
- konsequent
- handeln
etc.
Nichts gegen das, was diese Begriffe sagen sollen, sofern sie es tun. Aber es ist so schrecklich banal, was sie sagen. Werbung, die so nicht ist, ist keine Werbung. Es ist schlicht Zeitverschwendung, darüber zu reden. Ganz anders verhält es sich mit den Phrasen. |
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